"Nicht als Eigentum"

eigen(artig)e Lieder mit Halbwertzeit

1 Ich hab dich nicht als Eigentum
Du bist min, ich bin din: des solt du gewis sin. Du bist beslozzen in minem herzen: verloren ist daz sluzzelin: du muost och immer darinne sin“. Die dusseligen Besitzansprüche sind die Ursache für beziehungstötende Eifersucht... geschrieben 1978

2 Hab doch noch Geduld

ein Lied aus den Zeiten, als es noch keine Handys gab. Martina hat in Heidelberg studiert, ich in Bonn. 235 km auseinander, eine Wochenend- und Semesterferienbeziehung, die dazwischen mit Hilfe von Telefonzellen gepflegt wurde, die ständig besetzt waren. Und war man schließlich dran, ging keiner dran... geschrieben 1977

3 Allein mit meinen Träumen

noch so ein sentimentales Gesäusel für die einsame Bettkante...  geschrieben Mitte der achtziger Jahre

4 Oh Mann

eine Art „Anti-Respektsbezeugung“ gegenüber denjenigen, die bei den anonymen Alkoholikern am besten aufgehoben wären – oder in einer Trinkerheilanstalt. Und wenn sie dann noch im Suff zur Gewalttätigkeit neigen, ist eh alles zu spät... geschrieben 1982

5 Es tut mir leid

wenn der Kloß im Hals drückt und man sich entschuldigen möchte, aber nicht kann, weil der Partner schläft... geschrieben Mitte der achtziger Jahre 

6 Mal reden

wenn Sprachlosigkeit längst zum Beziehungskiller geworden ist und keine Chance mehr besteht, sich auszusprechen, weil man doch nur aneinander vorbeiredet... geschrieben 1979

7 Wohin der Weg auch führt

Wunsch, Traum, Vision, Utopie, Trost, Appell, Versicherung, Durchhalteparole in harten Zeiten einer langjährigen Beziehung auf Entfernung; geschrieben 1978

8 Sprechstunde (zum Jahr des Kindes) - 

die Vereinten Nationen haben Tage und Jahre definiert, die bestimmten Themen zugeordnet sein sollen, in Hoffnung, diese könnten dann verstärkt Aufmerksamkeit finden. 1979 war so, von den Vereinten Nationen verkündet, „Das Jahr des Kindes“ - für mich der Anlass, das Problem „Gewalt gegen Kinder“  in einer mir möglichen Weise aufzugreifen... geschrieben 1979
9 Mach dir nichts vor

unsere Kinder, die inzwischen erwachsen sind, haben wir beide adoptiert. Sie wurden in Südkorea geboren und kamen als Säugling oder Kleinkind zu uns nach Deutschland. Die von uns beobachtete Begeisterung, mit der unsere Kinder - solange sie klein waren - von unseren Mitmenschen aufgenommen wurden, steht in krassem Gegensatz zu menschenverachtenden, fremdenfeindlichen Reaktionen, mit denen manche Zeitgenossen asylsuchenden Flüchtlingen begegnen. Da man unseren Kindern - nun erwachsen - nicht auf den ersten Blick ansehen kann, warum sie hier sind und nicht in Asien, ist dieses Lied ein früher Versuch gewesen, sie auf mögliche Anfeindungen vorzubereiten... Das Lied schrieb ich 1982 kurz nachdem unsere Tochter zu uns kam und unser Sohn noch gar nicht auf der Welt war...
10 Gamino

als Vorstandsmitglied bei „terre des hommes“ Deutschland hatte ich drei Jahre lang Mitte der achtziger Jahre monatlich über die Verwendung von Spendengeldern mitzuentscheiden. Dies hieß konkret: Welche entwicklungspolitisch sinnvollen Projekte sollten gefördert werden. Zuvor hatten wir schon einige Jahre in der Ludwigsburger Arbeitsgruppe von „terre des hommes“ bei Aktionen mitgewirkt, die allein den Zweck hatten, die Öffentlichkeit zu informieren und Spenden zu sammeln. In dieser Zeit entstand dieses Lied über Slum-Kinder in Lateinamerikas Elendsvierteln, die sich ihren Lebensunterhalt auf den Müllkippen der Metropolen erkämpfen und von den Abfällen leben, die von den Reichen weggeworfen wurden. Geschrieben 1982
11 Epitaph für Phil Ochs

ein Lied, dass einem nicht aus dem Ärmel rutscht. Phil Ochs hat mich von allen amerikanischen Singer/Songwritern am meisten beeindruckt , jedoch nicht unbedingt beeinflusst. Seine Lieder, in denen er kompromisslos für eine bessere Welt sang, hatten ihn - neben dem „Altlinken“ Pete Seeger - zum wichtigsten jungen Sänger der Bürgerrechtsbewegung und Vietnamkriegsgegner werden lassen. Dass er sich mit seiner fast besessenen Suche nach künstlerischer Anerkennung und vor allem kommerziellen Erfolg selbst überfordert hat, war sein tragisches Schicksal. Am Ende einer langen Zeit voller Resignation, Depressionen und Selbstzweifeln nahm er sich im Frühjahr 1976 im Alter von 36 Jahren das Leben. Das Lied schrieb ich 1978.
12 Freunde, seid wach

Ende der siebziger Jahre erregte die „Wehrsportgruppe Hoffmann“ Aufsehen, die im Raum Nürnberg in Tarnanzügen durch den Wald streifte und für den Ernstfall exerzierte. Ihr „Führer“ war ein Krimineller, ihr Waffenarsenal beträchtlich. Nachdem ich das Lied geschrieben hatte, ereignete sich der Anschlag eines kriminellen Rechtsradikalen auf das Münchner Oktoberfest, bei dem Besucher durch die Explosion der in einem Papierkorb versteckten Bombe ums Leben kamen. Durch rechte Unionspolitiker, die gern am rechtsradikalen Rand im Trüben fischen, verharmlosen ließ sich das Geschehene nicht mehr... geschrieben 1979
13 Die Mutation

es gab zwei Anregungen: eine Karikatur im Satireblatt „Pardon“, auf der vor einem großen Käfig mit menschenähnlichen Riesenmäusen - Aufschrift: Duckmäuse“ - ein Forscher dem anderen zum Zuchterfolg gratulierte, bei dem der entscheidende Faktor die „richtige Politik“ gewesen sei...; die andere Anregung: ein Aufkleber, der Mitte der siebziger Jahre von der Jungen Union verteilt wurde (ich hab ihn sogar noch!). Darauf stand: „Sei keine Duckmaus! Aktive gegen Radikale im öffentlichen Dienst“...; geschrieben 1976
14 Abrechnung

ich habe 16 Semester Jura studiert. In der Endphase dieses Traumas besuchte ich in Bonn eine Ausstellung mit Werken von Honoré Daumier, bei der auch Juristenkarikaturen gezeigt wurden. Obwohl hundert Jahre zuvor gezeichnet, sahen die Juristen immer noch so aus wie heute... Ich verließ die Ausstellung relativ beschwingt - und um dieser Beschwingtheit Ausdruck zu verleihen, hab ich als musikalisches Transportmittel für dieses Lied einen Musettewalzer gewählt... geschrieben 1979
15 Harrisburg-Syndrom

nach dem Störfall im amerikanischen Atomkraftwerk „Three Miles Island“ bei Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania am 28. März 1979 versuchte „Der Spiegel“ theoretisch durchzuspielen, wie das wohl gewesen wäre, wenn dieser „Störfall“ im Atomkraftwerk Stade an der Unterelbe, nicht weit von Hamburg passiert wäre. Die gefährdete Region, per Zirkel rund um Stade eingekreist, hätte ganz Hamburg erfasst, wobei die Fluchtmöglichkeiten nach Osten durch die nahe innerdeutsche Grenze deutlich beschränkt waren. Ich hab mir das Szenario vorgestellt und vertont... geschrieben 1979
16 Katastropheneinsatzplan

in einem Buch über Liedermacher aus der Schweiz fand ich im Kapitel über Ernst (Ärnschd) Born aus Basel den Abdruck eines Einsatzplanes für den Katastrophenfall im Kernforschungszentrum Karlsruhe-Leopoldshafen. Die Aneinanderreihung von Ratschlägen, Empfehlungen und Anweisungen hab ich nur geringfügig bearbeitet und dann gereimt, damit man es sich besser merken kann, und dann vertont und zu einem Lied verarbeitet - quasi ein „Überlebenslied“ für den Fall des Falles. Es ist wohl mein bekanntestes Lied, das auch in die „Mundorgel“ aufgenommen wurde. Geschrieben 1976
17 Bauchschuss

Die Meinungs-, Stimmung- und Panikmache der Springer-Presse, immer vorneweg die Bild-Zeitung, ist ein Dauerärgernis hierzulande, denn es wird in hässlicher Regelmäßigkeit aufgebauscht und vermengt, was so eigentlich nicht zusammengehört, es werden Zusammenhänge konstruiert und gnadenlos Leute medial durch Schlagzeilen an den Pranger gestellt, die im Grund wehrlos sind. Dabei kann es dem Verlag nicht nur ums Geld gehen. Der selbst erhobene Anspruch, als Anwalt der „kleinen Leute“ aufzutreten, wird zur widerlichen Farce. Die im Lied aufgezählten Überschriften gab es sinngemäß tatsächlich - ebenso wie die anschließenden, relativierenden Klarstellungen, die die aufgebauschten Geschichten im Grunde in Seifenblasen verwandelten, nicht mal mehr für einen Knall tauglich... geschrieben 1976


Gerd Schinkel singt auf deutsch eigene Lieder  

CDs für Erwachsene:

Es gibt CDs mit Liedern für Erwachsene in quasi chronologischer Zusammenstellung (drei vorwiegend aus dem vorigen Jahrtausend), eine CD mit meinen besten Liedern aus dem vorigen Jahrtausend und - als besondere Zusammenstellung - einen Viererpack mit meinen besten Liedern.

00 - "Nix dagegen" - eigen(sinnig)e Lieder

01 - „Nicht als Eigentum" - eigen(artig)e Lieder

02 - „Stück des Wegs" - eigen(willig)e Lieder

03 - „So gesehen" - eigen(mächtig)e Lieder

04 - „Weit und offen“  - eigen(ständig)e Lieder  

05 - "Draufgänger" - eigen(händig)e Lieder

06 - "Unentdeckt" - eigen(tümlich)e Lieder

07 - "Du bist schuld" - eigen(wüchsig)e Lieder

08 - "Spuren" - eigen(wertig)e Lieder

09 - "Ausgeliefert" - eigen(nützig)e Lieder

10 - "Bestes Stück" - eigen(brötlerisch)e Lieder

11 - "So ist gut" - eigen(verantwortlich)e Lieder

12 - "Im Handumdrehn" - eigen(süchtig)e Lieder

13 - "Na klar" - eigen(gesetzlich)e Lieder

14 - "Geh ma weg" - eigen(formatig)e Lieder

15 - "Muss was passiern" - eigen(gewächsig)e L.

16 - "Was denn sonst" - eigen(förmig)e Lieder

sowie die besten eigenen aus dem vorigen Jahrtausend :

- "Sternschnuppen"

CDs in besonderer Zusammenstellung:

- "DIE BOX: gnadenlos anachronistisch - aber nicht hoffnungslos"  enthält meine mutmaßlich besten Lieder:
             - DIESE
             - AUCH DIESE
             - AUCH NOCH DIESE
             - WOHL AUCH NOCH DIESE
             - Dann wohl auch noch diese

- "Schicksalsglück" - CD mit 19 Liedern zu meinem  Buch :   „Bin ich ihr ähnlich?" 
             - Adoptivtochter auf Spurensuche in Korea“ -
             erschienen Dez. 2005 bei Books on Demand,
             Norderstedt, ISBN
3-8334-33915-7, 260 S., 14.90 €
            
Buch ist im Handel und bei mir erhältlich, CD nur bei mir

"- "1-fach" Beispielsweisen 
             vorzugsweise auszugsweise 

- "4-fach" Beispielsweisen 
             vorzugsweise scheibchenweise
             als 4er Box angelegt, aber auch jede CD einzeln 
            
( erschienen 2003, thematisch sortiert mit meinen bis 
             dahin geschriebenen besten Liedern):

- „Gegenseitig geschenkt“
     
„Beziehungsweisen“ schönste Liebeslieder
-
„Woher – wohin“ – 
            „Betrachtungsweisen“ beste Lebenslieder
- „Nichts ist ideal“ – 
            „Sichtweisen“ trotzigste Trotzlieder 

- „Papa backt“ – 
           
„Singweisen“ aus der Kinderwelt
   

 

Es gibt fünf CDs mit eigenen Liedern für Kindern in altersentsprechender Zusammenstellung sowie zwei CDs mit den besten Kinderliedern (einmal laut, einmal leise):

CDs für Kinder:

- "Igitt! Da drin sind Zwiebeln" - für Vorschulkinder

- "Ich bin groß" - zur Einschulung       

- "Papa repariert" - für "frische" Grundschulkinder

- "Der geklaute Gameboy" - für erfahrene Grundschulkinder 

- "Mama, mach Mam'lade" - für große Grundschulkinder

sowie als "beste" Kinderlieder:

- "Aufräum'"   (laut genug)

- "Mach die Tür zu" (leise)

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erhältlich (aber auch nicht im Handel!):

  • "Überlebenslieder - Lieder übers Leben" 60 Lieder
    Textbuch z.T. mit Noten, RADIUS-Verlag 1982
  • Texthefte zu den CDs nach Anfrage (auch mit Akkorden)

außerdem CD-Kopien von uralten Studioproduktionen:


18 Big Brother (1984) - 

das Jahr 1984 war noch weit weg, als in Deutschland die Affäre um den Atomwissenschaftler Klaus Traube hoch kochte, der ins Visier des Verfassungsschutzes geraten war, weil er wohl jemanden kannte, der jemanden kannte, der jemanden kannte, der verdächtig schien. Und damit war Traube zum Sicherheitsrisiko geworden und war in seinem Job nicht mehr tragbar. Die darüber Empörung bekundenden orthodoxen Linken in der Bundesrepublik meinte ich an den Umgang der DDR-Staatssicherheit mit dem Regimegegner Professor Robert Havemann erinnern zu müssen, einem Professor der Naturwissenschaften, der sich vom aktiven kommunistischen Widerstandskämpfer in der Nazizeit zum Dissidenten entwickelt hatte und deswegen in der DDR Berufsverbot erhalten hatte. Beiden Personen ist dieses Lied gewidmet; geschrieben 1977, und im April 2004 ein untauglicher, disharmonischer Aktualisierungsversuch auf der Grundlage einer Idee des alten Saitenwind-Mitstreiters Hans Fraeulin: "Big Brother 2004"

19 Bekenntnis -

ist ein „Beamtenbekenntnis“ oder Bekenntnis eines Angestellten im öffentlichen Dienst, der seine Verfassungstreue bekundet und jegliche Zweifel an seiner Unterstützung der FdGO i.S.d.GG (freiheitlich demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes) ausgeräumt sehen will. Man will ja schließlich seinen Job behalten. Geschrieben 1977 in der hohen Phase der Anwendung des sogenannten Radikalenerlasses, als es den daran interessierten Kreisen in der Bundesrepublik gelungen war, Terrorismushysterie und Antikommunismus miteinander zu verquirlen und man bestrebt war, jeden aus dem Staatsdienst zu entfernen, der die Buchstaben DKP in die richtige Reihenfolge bringen konnte...

20 Nichts ist ideal -

Ende der siebziger Jahre wurde als neues Jugendphänomen der Punk registriert - musikalisch und modisch, gewürzt mit der „Null Bock“- und „No future“-Mentalität. Kurz danach gab es in unserem Lande eine interessante pop-musikalische Ergänzung, nämlich die „Neue Deutsche Welle“, auf der bei überwiegend - aber nicht nur - belanglosen Texten die Post abging, quasi im Vorgriff auf die später folgende deutsche Spaßgesellschaft. Zwei Bands bereicherten damals die Szene, die sich die Namen „Nichts“ und „Ideal“ gegeben hatten. Ich hab alles verrührt... geschrieben 1982

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