"Bestes Stück"
eigen(
brötlerisch)e Lieder  

Lang ist her
Ein Text zur nervigen Diskussion um das angeblich komplette Versagen der 68er, geschrieben zum 40. Jahrestag der Kugel auf Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967. 
Diejenigen, die die 68er heute so gern verteufeln, FAZ und WELT allen voran, sollen mal eine emanzipatorische Phase in der jüngeren deutschen Geschichte nennen, in der das Land nachhaltiger wachgerüttelt und ein stärkeres Bekenntnis zur Selbstverantwortung verlangt worden wäre als von der Generation derer, die von ihren Nazi-Eltern bzw. deren geduckten Zeitgenossen Rechenschaft für vorangegangenes Versagen gefordert haben. Mehr als zwanzig Jahre hatte es gedauert, bis dieser braune Staub endlich aufgewirbelt wurde. 
Bei der Gelegenheit: Die unbelasteten jungen Leute, die durch die Gnade der späten Geburt in der DDR keine Schuld, z.B. in Stasi oder sonstwo auf sich laden konnten, haben dann vielleicht ja noch ein paar Jahre Zeit, um ihrerseits von ihren Eltern und Großeltern, die heute so gern über die SED-Verbrechen den "Schwamm drüber" zögen, mit gleicher Unerbittlichkeit wie die 68er  Rechenschaft zu verlangen. Ich bin gespannt...

Susanne steigt aus
Die Brücken hinter sich abreißen, völlig neu beginnen bei vollem Risiko - es muss gar nicht so rigoros sein, um bei mir großen Respekt zu finden. Meine Kollegin Susanne wagt diesen Schritt, zunächst für drei Jahre, aber immerhin...

Rücken zur Wand
Ein Liebeslied zur Frühphase einer Annäherung

Bestes Stück
Immer wieder gibt es tatsächlich Menschen, die sich trauen, ein Stück des Wegs gemeinsam zurückzulegen. Bei manchen ist es nicht der erste Versuch, aber immer noch einen Versuch wert...

Der Verdacht
wenn sich die Anzeichen mehren, Indizien unübersehbar werden, Spuren daliegen - dann wird es Zeit, sich den mutmaßlichen Tatsachen zu stellen...

Woran denkst du
Ein Liebeslied nach erfolgreicher Annäherung

Dicke Decke
Ein neues Kinderlied, lautmalerisch entwickelt nach dem Zuspruch, den das Lied "Papa back" durch die Art der Aussprache seines Titels erfahren hat. "Dicke Decke" lässt sich ähnlich "perkussiv" intonieren.... 

Sie schläft nicht gut
ein Lied zum Thema Adoption - mal anders betrachtet, um die Konsequenzen zu beleuchten, wenn "ein Kind um jeden Preis" zur Adoption gesucht und beschafft wird, und die neuen Eltern später auch noch durch mangelnde Offenheit in Teufels Küche geraten - nach einer realistischen, um nicht zu sagen wahren Geschichte...

Alle Zeit
ein Bilanzlied im Versuch, für Gelassenheit zu werben...

Haufen Schrott
In einem Konzert erläuterte der irische Singer/Songwriter Kieran Halpin, dass diejenigen, die auf Tournee jeden Abend in einer anderen Stadt auf einer anderen Bühne zu erleben seien, mitnichten Künstler seien, sondern Fahrer... denn ihre Haupttätigkeit bestehe nun mal darin, stundenlang von einer Stadt zur nächsten zu fahren. Warum muten sie sich dies zu? Was treibt sie an, bis ins hohe Alter nicht anders zu können...  in diesem Lied sind Erkenntnisse und Mutmaßungen... geschrieben im ersten Entwurf 24.3.2003

Vergessen
Ein Text, der assoziativ aus einem Prosatext entstanden ist, den mein Freund Hans Fraeulin aus Graz in französischer Sprache aus dem Internet gefischt und übersetzt hat. Jeder entwickelt beim Lesen eines Textes seine eigenen Gedanken, Bilder und Verbindungen im Kopf - bei mir entstanden diese...

Richtig wichtig
wieder mal ein Lied aus der selbst erlebten "Arbeitswelt" mit Erfahrungen, die nicht immer spaßig sind. Gelegentlich brauche ich dann ein Ventil, und gelegentlich hilft dann auch eine Vorstellung, die der Zeit weit vorauseilen mag.

Mordsgelüste
ein Lied zum Thema Geduldsverlust...

Der Kardinalsfehler
Die Kölner sind im Verlaufe ihrer Geschichte mehrmals mit ihren obersten kirchlichen Würdenträgern arg gebeutelt gewesen - und haben sie alle überdauert. Das war im Mittelalter schon so - und wird auch in der Gegenwart nicht anders sein. Seit geraumer Zeit schlagen sie sich mit einem besonderen Prachtexemplar herum, dem es immer wieder gelingt, nicht nur seine eigene Weltfremdheit eindrucksvoll zu demonstrieren, sondern auch noch nachzuweisen, dass bei ihm besonders die Fähigkeit ausgeprägt ist, erst zu reden bzw. zu handeln, und dann zu denken. Insbesondere hat er ein besonderes Talent bei der Verwendung fataler Unworte seines aktiven Wortschatzes. Falls wir mit der Vermutung falsch liegen sollten, er habe im Zusammenhang mit der Diskussion um das heutige Kunstverständnis des Wort "entartet" nur versehentlich verwendet, wäre die Sache noch mal mehr pikant. Des Kardinals Wortwahl - was wäre eigentlich, wenn nicht dieses, ein Kardinalsfehler...

Intrigantenstadl
...ein Lied über Edi und Gaby, den Bayernbaschi und sein Motorradlhexi. Die Geschichte schrieb sich wie von allein über mehrere Monate fort.... Ich brauchte nur abzuwarten...

Oettinger Klartext
ein altes Lied aus ferner Vergangenheit wurde wieder in die Gegenwart gerissen. Dies bot eine gern genutzte Möglichkeit zur ergänzenden Aktualisierung... 
und die Ereignisse waren eine Weile fortlaufend...

Gesamtinhaltsverzeichnis 
(plus Angabe der CD, 
auf der das Lied zu finden ist,
Kinderlieder kursiv geschrieben) 

A

Abhetzblues (Du bist schuld, Der geklaute Gameboy, 
          Papa backt, Aufräum', Diese 1)
Abrechnung (Nicht als Eigentum, Nichts ist ideal, 
          Diese 2)
 
Acht große Lieben
(Spuren, Diese 2)
Adventszeit - Bastelzeit (Mama, mach Mam'lade)
Alle alle da (Mama, mach Mam'lade)
Allein mit meinen Träumen (Nicht als Eigentum)
Alle haben einen Weg (Ich bin groß)
Alleine in der Stadt (Papa repariert)
Alle Kinder draussen (Der geklaute Gameboy)
Alles dabei (Weit und offen, Gegenseitig geschenkt, 
          Diese 3)

Alles hat seine Zeit
(Draufgänger, Gegenseitig 
         geschenkt, Schicksalsglück, Diese 1)
Alle Zeit (Bestes Stück)
Andres Kind (Draufgänger, Mama, mach Mam'lade,
          Schicksalsglück)
Anneli (Schicksalsglück)
Anziehlied (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Aufräum')

Aufgewacht
(Spuren)
Aufräum’ (Du bist schuld, Papa repariert, Papa backt, 
         Aufräum')
Auf Reisen (Stück des Wegs, Sternschnuppen)
Aufstehn
Auf Wiedersehn (Ich bin groß)

Aufzug
(Im Handumdrehn)
Ausgeliefert (Ausgeliefert, Diese 1)
Aus, over, roger (Unentdeckt)
Aussen vorbei
(Spuren)
Ausstand (So ist gut)
Ausziehen (Ausgeliefert, Diese 4)
Autowäsche (So ist gut)

B

Baby Doll (Draufgänger, Igitt, da drin sind Zwiebeln,
         Papa backt)
Bäh (Ich bin groß)
Bande Bande (Papa repariert)
Bangelied (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Mach die Tür zu)
Bauchschuss (Nicht als Eigentum)
Bauchweh (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Mach die Tür zu)
Bei Gelegenheit - Wiedersehen reloaded 
         (Im Handumdrehn)
Bekenntnis (Nicht als Eigentum)
Bestes Stück (Bestes Stück)
Beweise
(Unentdeckt)
Big Brother
(Nicht als Eigentum)
Big Brother 2004 (neu) (Im Handumdrehn)
Bilanz
(Weit und offen)
Bis sie geht
(Unentdeckt, Diese 2)
Bloß keinen Schiss (Ich bin groß)
Blütenträume (auch engl.) (Stück des Wegs
         Gegenseitig geschenkt)

Bonbonpapier (Der geklaute Gameboy, Aufräum')
Brieffreundschaft (Der geklaute Gameboy, Papa backt, 
         Mach die Tür zu)

C

Camping (Papa repariert, Papa backt, Aufräum')
Camping-Disco 
Computer (Nix dagegen)
Cool (So ist gut)

D

Das merk ich mir (Papa repariert, Papa backt, Mach die 
         Tür zu)
Das peinliche Lied (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Papa 
         backt, Aufräum')
Das Phantom: Der Opa (Der geklaute Gameboy, Papa
         backt, Aufräum', Im Handumdrehn)
Das Recht ein Mensch zu sein (Stück des Wegs, 
         Nichts ist ideal, Sternschnuppen)
Das Recht ein Mensch zu sein - ergänzt 
         (Im Handumdrehn)
Das war's (So ist gut)
Das Weihnachtslicht (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Da war doch was (Ich bin groß)
Denk nun an dich (So gesehen)
Deine Klamotten (Der geklaute Gameboy, Papa backt, 
         Aufräum', Im Handumdrehn))
Der Abend vorher (Ich bin groß)
Der ewige Despot (So gesehen, Nichts ist ideal)
Der geklaute Gameboy (Der geklaute Gameboy, 
         Aufräum')
Der Hexenmeister (Papa repariert, Aufräum')
Der Junge ist tapfer (Papa repariert, Mach die Tür zu)
Der Kalender (So ist gut)
Der Kardinalsfehler (Bestes Stück)
Der Namenstag (Ich bin groß)
Der qualmende Karl (Papa repariert)
Der Ranzen (Ich bin groß)
Der Tropfen (Ausgeliefert)
Der Verdacht (Bestes Stück)
Der Zirkus (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Dicke Decke (Bestes Stück)
Die Eulen lauschen (Weit und offen)
Die ist bekloppt 1 (Der geklaute Gameboy, Aufräum')
Die ist bekloppt 2
Die Krise kommt (Im Handumdrehn)
Die Lehrerin (Ich bin groß)
Die Macht des Glaubens (Ausgeliefert, Diese 3)
Die Nacht durchwacht (Im Handumdrehn)
Die Schule (Ich bin groß)
Die Tage werden kürzer (Nix dagegen)
Die Tüte (Ich bin groß)
Doch aufgepasst (Der geklaute Gameboy, Aufräum')

Domina
(Spuren)
Draufgänger (Draufgänger, Woher - wohin, Diese 1)
Drei alte Kisten
(Nix dagegen)
Drüber schlafen
(Du bist schuld)
Du alte Schule (Mama, mach Mam'lade)
Du bist schuld (Du bist schuld, Diese 1)
Du bist zu allem fähig
(So gesehen, Nichts ist ideal)
Du könntest meine Tochter sein
(Draufgänger, 
         Woher - wohin, Diese 3)

Du nicht bei mir
(Weit und offen, Gegenseitig 
         geschenkt, Diese 3)

Durch den Wind
(Draufgänger)
Durchsicht meiner Konten
(So gesehen)
Dutzendgesicht
(Unentdeckt, Diese 4)

E

Eile mit Weile (So ist gut)
Ein Blick
(Draufgänger, Gegenseitig geschenkt, Diese 4)
Ein Glas Saft (Papa repariert, Papa backt, Mach die Tür 
         zu)
Eismann
(Mama, mach Mam'lade)
Epitaph für John Pearse (So ist gut)
Epitaph für Phil Ochs (auch in engl.) (Nicht als 
         Eigentum
, Nichts ist ideal, Sternschnuppen, 
         Diese 3)

Epitaph für Rudi Dutschke
(Stück des Wegs, Nichts 
         ist ideal)

Er tanzt
(Unentdeckt, Diese 1)
Es ist wie’s ist (Du bist schuld, Mama, mach Mam'lade, 
         Papa backt, Aufräum')
Es tut mir leid (Nicht als Eigentum)
Etikette
(Unentdeckt)

F

Fahrrad fahrn (Papa repariert)
Falschgeld (So ist gut)
Fang an (Weit und offen)
Fassade
Fast dreißig Jahre
(Ausgeliefert)
Fit oder fett (Stück des Wegs)
Flieg (Ausgeliefert, Diese 2)
Forschung
(Du bist schuld)
Fragen Fragen Fragen (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Papa 
          backt)
Freiheit (Du bist schuld)
Frei sein (Draufgänger)
Freispruch (Ausgeliefert)
Frei wie der Wind (Im Handumdrehn)
Fremde Augen
(Nix dagegen)
Freund aus Potsdam
(Nix dagegen)
Freunde, seid wach
(Nicht als Eigentum, Nichts ist 
         ideal, Sternschnuppen, Diese 1)

Frieden
(Stück des Wegs, Nichts ist ideal, 
         Sternschnuppen, Diese 3)

Früher war alles besser
(Draufgänger)
Frühstück im Bett (Mama, mach Mam'lade)
Furcht im Nacken (Nix dagegen)

G

Gamino (Nicht als Eigentum, Nichts ist ideal)
Gegenseitig geschenkt
(Weit und offen, Gegenseitig 
         geschenkt, Diese 2)

Geh nicht auf den Wecker (Mama, mach Mam'lade)
Gelage (Stück des Wegs)
Gelebter Traum
(Unentdeckt)
Genieß
(Spuren, Diese 4)
Glaubwürdigkeitsmarsch
(Nix dagegen)
Grau in grau
(Draufgänger)
Greif zu
(Du bist schuld, Diese 4)
Gute Besserung (Igitt, da drin sind Zwiebeln)

H

Hab doch noch Geduld  (auch engl.) (Nicht als 
       Eigentum, Gegenseitig geschenkt, Sternschnuppen, 
       Diese 4)

Halbes Leben
(Unentdeckt)
Hallo Kam'raden
(So gesehen)
Harrisburg-Syndrom
(Störfall in Stade) (Nicht als 
         Eigentum, Sternschnuppen)

Haufen Schrott
(Bestes Stück)
He, Baby 
Heinz, der Elefant (Ich bin groß)
Herzlichen Glückwunsch (Ausgeliefert, Diese 4)
Heute hab ich frei (Ich bin groß)
Heut geht M.G. (Im Handumdrehn)
Heute, liebe Leute (Ich bin groß)

Holz knistert
(Ausgeliefert)

I

Ich bin dran (Papa repariert)
Ich bin ein Cowboy (Papa repariert)
Ich bin ja so gespannt (Ich bin groß)
Ich bin so blank (Der geklaute Gameboy, Aufräum')
Ich bin stolz (So gesehen)
Ich hätte und du würdest (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Ich kam in Jeans (Draufgänger, Woher - wohin, Diese 3)
Ich kann auch anders
(Weit und offen, Woher - wohin, 
         Diese 2)

Ich kann noch mehr (Papa repariert)
Ich kenn den Weg zu dir (So gesehen)
Ich mag das nicht (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Papa 
         backt, Aufräum')
Ich muss (So gesehen)
Ich spür dich bei mir (Stück des Wegs, Gegenseitig 
          geschenkt)

Idioten (Der geklaute Gameboy)
Im Handumdrehn (Im Handumdrehn)
Immer hab ich dich dabei (So gesehen)
Im Mäppchen ist so viel (Ich bin groß)
Immer Augen auf (Ich bin groß)
Immer locker
Im Zoo (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Papa backt, 
          Aufräum')
In der Nacht
(Du bist schuld)

Intensiv
(Spuren, Diese 1)
I
ntrigantenstadl (Bestes Stück)
Irgendwo (Der geklaute Gameboy, Mach die Tür zu)
Is egal (Mama, mach Mam'lade, Im Handumdrehn)
Ist vorbei, ich bin groß (Ich bin groß)

J

Ja du, dann dann
Jammerschade (Weit und offen, Nichts ist ideal)
Jannik (Schicksalsglück)
Ja, wenn das so ist (So gesehen, Nichts ist ideal)
Jeder kennt einen
(Weit und offen, Nichts ist ideal, 
         Diese 4)

Jederzeit
(Unentdeckt)
Journalisten (Stück des Wegs, Nichts ist ideal, Setzt 
         euch zu mir, Diese 2)

Jugendherberge (Papa repariert)
Jugendlich (Spuren, Diese 2)
Jusotod (Nix dagegen)

K

Kalt (Draufgänger)
Kann man das kleben (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Mach 
          die Tür zu)
Kann nicht schlafen (Papa repariert, Papa backt, Mach 
         die Tür zu)
Kann nur besser sein (So gesehen, Woher - wohin, 
         Diese 3)

Karl der Steife
(Nix dagegen)
Kasimir, das Nachtgespenst (Papa repariert)
Katastropheneinsatzplan (Nicht als Eigentum, Nichts 
         ist ideal, Sternschnuppen, Diese 2)

Kinderarzt (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Aufräum')
Kinderklau
(Ausgeliefert)
Kindertag
(Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Klare Ansage (Spuren)
Klassenfest (Mama, mach Mam'lade)
Kleiner Engel (Draufgänger, Ich bin groß, Papa backt, 
         Mach die Tür zu, Schicksalsglück, Diese 2)
Kleiner Wirbelwind (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Knallkopp
Knibbelei (So gesehen, Papa repariert, Papa backt, 
         Diese 3)
Knötterich (Ich bin groß)
Kohlroulade (Ausgeliefert)
Komm doch mal rüber (Im Handumdrehn)
Komm in meine Arme
(Igitt, da drin sind Zwiebeln, Papa 
        backt)
Komm mit in den Park (auch engl.) (So gesehen, 
        Gegenseitig geschenkt, Diese 2)

Komm' se raus
(Stück des Wegs, Sternschnuppen)
Komm spielen
Kopf hoch (Draufgänger)
Krähenfüße
(Draufgänger, Gegenseitig geschenkt,
         Diese 1)

Krank (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Mach die Tür zu)
Krieg der Knöpfe (Stück des Wegs)
Krölle-Bölle (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Papa backt, 
        Aufräum')
Kuck doch mal her (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Kurzinfo (Du bist schuld)
Kussräuber

L

Langweilig (Du bist schuld, Mama, mach Mam'lade,
         Papa backt, Mach die Tür zu, Diese 4)
Lang ist her (Bestes Stück)
Lätzchen-Schätzchen (Igitt, da drin sind Zwiebeln)

Lass dich fallen
(Spuren)
Lass mich dir erklären (Stück des Wegs)
Lass mich lesen (Der geklaute Gameboy, Papa backt, 
         Mach die Tür zu)
Lass sie nur (So gesehen, Nichts ist ideal)
Leben 
(auch engl.) (Stück des Wegs, Woher - wohin, 
         Diese 3)

Leben lieben
(Du bist schuld, Diese 1)
Leben mit dir (So ist gut)
Lebenslust
(Weit und offen, Nichts ist ideal)
Logik
(Stück des Wegs)
Lukis Nuki (Igitt, da drin sind Zwiebeln)

M

Mach die Tür zu (Mama, mach Mam'lade, Mach die Tür 
         zu)
Mach dir nichts vor (Nicht als Eigentum, Schicksalsglück)
Mach was, Mama
(Spuren, Diese 1)
Mallied (Ich bin groß)
Mal reden (Nicht als Eigentum, Woher - wohin, 
         Sternschnuppen, Diese 3)

Mama, mach Mam’lade (Mama, mach Mam'lade)
Manager von Jennifer (Weit und offen)
Mein Bett (Mama, mach Mam'lade, Mach die Tür zu)
Meine Mode
Meisterschaft (Unentdeckt)
Melanie (Ausgeliefert, Diese 1)

Mich traf ein Licht
(So gesehen, Gegenseitig 
         geschenkt)

Midlifekrise
(Stück des Wegs, Woher - wohin,
         Sternschnuppen, Setzt euch zu mir, Diese 2)
Mordsgelüste (Bestes Stück)
Museum
(Du bist schuld, Diese 4)
Mutation
(Nicht als Eigentum, Nichts ist ideal, 
         Sternschnuppen)

N

Nasenlöcher sehen nichts (Ich bin groß)
Nasenwuchs (So ist gut)
Neuanfang (Nix dagegen)
Neubeginn  
Neustart (Im Handumdrehn)
Nicht als Eigentum (Nicht als Eigentum,  Gegenseitig
          geschenkt, Sternschnuppen, Diese 2)

Nichts ist ideal
(Nicht als Eigentum, Nichts ist ideal)
Nichts ist so toll (Ich bin groß)
Nichts zu verliern (Unentdeckt)
Nie verkehrt
(Du bist schuld)
Nikoläuse (Ich bin groß)
Nix dagegen (Nix dagegen)
Noch frisch (Im Handumdrehn)
Noten sind bloß Zahlen (Ich bin groß)
Nur geklont (Ausgeliefert, Diese 2)

O

Oettinger Klartext (Bestes Stück)
Oh Mann
(Nicht als Eigentum, Woher - wohin, Diese 4)
Ohne Ende (Im Handumdrehn)
Ohne Gebiss
(Stück des Wegs, Diese 4)
Olle Pollen (Papa repariert)

P

Packlied (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Papa backt
(Weit und offen, Papa backt, Diese 1)
Papa-Rap (Du bist schuld)
Papa repariert (Papa repariert, Papa backt, Aufräum')
Party (Spuren, Diese 1)
Passiert ist passiert (Weit und offen, Diese 3)
Paternoster
(Draufgänger, Nichts ist ideal)
Pazzilozzi-Kindergarten (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Pekinger Frieden (So ist gut)
Photosession (Weit und offen, Woher - wohin, Diese 3)
Plapperfrei (Igitt, da drin sind Zwiebeln)

Prima, sind Ferien (Mama, mach Mam'lade)
Prinzesschen hat geheiratet (Igitt, da drin sind Zwiebeln)
Pudding mit Ketchup (Der geklaute Gameboy)

R

Radiotime (Stück des Wegs)
Regen
(Du bist schuld)
Reif
(Weit und offen, Woher - wohin, Diese 4)
Reste (Der geklaute Gameboy)
Rezepte (Unentdeckt)
Richtig wichtig (Bestes Stück)
Rücken zur Wand (Bestes Stück)

S

Schicksalsglück (Unentdeckt)
Schlaflied 
(Schlaf, mein Schatz) (Stück des Wegs, 
         Woher - wohin, Sternschnuppen, Diese 3)

Schlaflied (Brav, dreh dich) (Igitt, da drin sind Zwiebeln, 
         Papa backt, Mach die Tür zu)
Schlot (Papa repariert)
Schlotterhosenknabe (So ist gut)
Schneemann (Draufgänger, Mama, mach Mam'lade, 
         Mach die Tür zu)
Schnurr, Miezi, schnurr (Mama, mach Mam'lade, Mach 
         die Tür zu)
Schöner Döner (Ausgeliefert)
Schon wieder (Nix dagegen),  
Schon wieder frei (Du bist schuld, Mama, mach  
           Mam'lade)
Sechzehn Nationen (Nix dagegen)
Sei still
(Stück des Wegs, Nichts ist ideal, Diese 4)
Sie in ihr
(Spuren)
Sie lacht
(Unentdeckt, Diese 1)
Sie schläft nicht gut (Bestes Stück)
So gesehen
(So gesehen, Woher - wohin, Diese 1)
So gut
(Spuren)
So ist gut (So ist gut)
So kann's gehn
(Unentdeckt)
So nah dran
(Spuren, Diese 4)
So’n Pech für mich (Der geklaute Gameboy, Aufräum')
Sonst nix (So gesehen, Nichts ist ideal, Diese 4)
Sozialistengesetz
(Nix dagegen)
Spekulantensong
(Nix dagegen)
Spick mich (So ist gut)
Spiel dein Spiel (Ausgeliefert)
Sprechstunde
(zum "Jahr des Kindes") (Nicht als 
        Eigentum, Sternschnuppen, Diese 4)

Spurensuche
(Spuren, Diese 2)
Spur zum Glück
(So gesehen, Woher - wohin, Diese 2)
Sternschnuppen
(Stück des Wegs, Woher - wohin, 
        Sternschnuppen, Mach die Tür zu, Diese 1)
Stimme im Ohr (So ist gut)
Stimme seines Herrn
(So gesehen, Nichts ist ideal)
Stück des Wegs
(auch engl.) (Stück des Wegs,
       Gegenseitig geschenkt, Sternschnuppen, Setzt  
       euch zu mir, Diese 1)
Suchen - Finden (Ausgeliefert)
Susanne steigt aus (Bestes Stück)

T

Taschenlampe im Bett (Papa repariert)
Träne im Auge (auch engl.) (Stück des  Wegs, Gegenseitig 
      geschenkt, Diese 4)

Traumlied (Ich bin groß)
Trotzige Alte (Stück des Wegs, Nichts ist ideal,
      Sternschnuppen, Diese 4)

Tschuldigung
(Spuren)
T-Shirt
(Draufgänger, Woher - wohin, Diese 1)
Tun als ob (Ich bin groß)
Tut mir leid (Der geklaute Gameboy)

U

U-Bahn fahrn (Ich bin groß)
Überheblich (Unentdeckt)
Unentdeckt
(Unentdeckt, Diese 2)

V

Verklappt (Ausgeliefert, Diese 3)
Vergessen (Bestes Stück)
Verwirrung
(Im Handumdrehn)
Vielleicht ist ja so (Im Handumdrehn)
Voll dabei (So gesehen)
Vorbei
(Spuren, Diese 4)
Vorfreude
(Du bist schuld)

W

Wachtraum (Spuren)
Warnung
(Du bist schuld)
Warum beeilen (Der geklaute Gameboy)
Was ich erzählen will (Ich bin groß)
Was ihr wisst (Ich bin groß)
Was ist wahr (Draufgänger, Nichts ist ideal, Diese 3)
Was mach ich da
(So gesehen)
Was muss ich noch tun
(Draufgänger, Gegenseitig 
       geschenkt, Diese 2)
Was weiß ich schon (So ist gut)
Was würd ich ohne dich tun
(Weit und offen, 
       Gegenseitig geschenkt, Diese 2)

Weit und offen
(Weit und offen, Gegenseitig 
       geschenkt, Diese 1)

Wem nützt es
(Spuren)
Wenn der Vorhang fällt
(Nix dagegen)
Wenn ich gehn muss
(Unentdeckt, Diese 3)
Wer kommt (Ich bin groß, Papa backt)
Wie geschmiert (Unentdeckt, Diese 3)
Wieso frag ich dich
(Weit und offen, Woher - wohin, Diese 3)
Will aber (Igitt, da drin sind Zwiebeln, Papa backt)
Woher, wohin (Weit und offen, Woher - wohin, Diese 3)
Wohin der Weg auch führt
(Nicht als Eigentum
       Gegenseitig geschenkt, Sternschnuppen)

Womit hab ich das verdient
(Du bist schuld)
Woran denkst du (Bestes Stück)
Wunder
(Spuren, Diese 2)
Wut so doll
(Der geklaute Gameboy)

Z

Zähl mal mit (Nix dagegen)
Zahnspange (Mama, mach Mam'lade, Aufräum')
Zielsuche (Im Handumdrehn)
Zu anderer Zeit (Draufgänger)
Zuhörer (Der geklaute Gameboy)

Unvertonte Gedichte

Ausgewogenheit
Denkmal

Die Lichter an Weihnachten

      nach Senta Schads Abschied

Fettich

HDH
  (für Hanns Dieter Hüsch)
Nachlass

Traditionspflege

Trost ?

Wenn

Zum Trotz

Gedichte und Texte zum Jahresende

Das Jahr geht rum 1989
Einheitsweihnachten
1990  

Weiße Weihnacht in weißen Westen
(Dialog)1994
Von Nix kommt nix
(Reportage)1995
Die Lichter an Weihnachten
1998
Zehn Minuten Gedicht
2001 
Schon wieder Zeit
  2002
Frohe Weihnacht wieder mal
  2003 
Weihnachtsstimmung
2004

Gedichte über den Weihnachtsmann  

Jobsharing  Weihnachtsmann & Osterhase 1991
Der Weihnachtsmann auf Tour in Kur
1992

Der Weihnachtsmann Präsidentschaftskandidat

           (
Der Kandidat - gescheit gescheitert) 1993 
Glaubst du an den Weihnachtsmann?
1996
Weihnachtsstreik
1997 
Weihnachtsmann ohne Dichtlust
1998
Das Weihnachtslicht
1999
Weihnachtsmann mit Frust
2000 

Gerd Schinkel singt auf deutsch eigene Lieder  

CDs für Erwachsene:

Es gibt CDs mit Liedern für Erwachsene in quasi chronologischer Zusammenstellung (drei vorwiegend aus dem vorigen Jahrtausend), eine CD mit meinen besten Liedern aus dem vorigen Jahrtausend und - als besondere Zusammenstellung - einen Viererpack mit meinen besten Liedern.

0 - "Nix dagegen" - eigen(sinnig)e Lieder

1 - „Nicht als Eigentum" - eigen(artig)e Lieder

2 - „Stück des Wegs" - eigen(willig)e Lieder

3 - „So gesehen" - eigen(mächtig)e Lieder

4 - „Weit und offen“  - eigen(ständig)e Lieder  

5 - "Draufgänger" - eigen(händig)e Lieder

6 - "Unentdeckt" - eigen(tümlich)e Lieder

7 - "Du bist schuld" - eigen(wüchsig)e Lieder

8 - "Spuren" - eigen(wertig)e Lieder

9 - "Ausgeliefert" - eigen(nützig)e Lieder

10 - "Bestes Stück" - eigen(brötlerisch)e Lieder

11 - "So ist gut" - eigen(verantwortlich)e Lieder

12 - "Im Handumdrehn" eigen(süchtig)e Lieder

 

CDs in besonderer Zusammenstellung:

die besten eigenen aus dem vorigen Jahrtausend :

- "Sternschnuppen"

- "Schicksalsglück" - CD mit 19 Liedern 
             zu meinem  Buch : 
 
             „Bin ich ihr ähnlich?" 
             - Adoptivtochter auf Spurensuche in Korea“ -
             erschienen Dez. 2005 bei Books on Demand,
             Norderstedt, ISBN
3-8334-33915-7, 260 S., 14.90 €
            
Buch ist im Handel und bei mir erhältlich, CD nur bei mir

- "DIE BOX: gnadenlos anachronistisch - aber nicht hoffnungslos"  enthält meine mutmaßlich besten Lieder:
             - DIESE (1)
             - AUCH DIESE (2)
             - AUCH NOCH DIESE (3)
             - WOHL AUCH NOCH DIESE (4)

"- "1-fach" Beispielsweisen 
             vorzugsweise auszugsweise 

- "4-fach" Beispielsweisen 
             vorzugsweise scheibchenweise
            als 4er Box angelegt, aber auch jede CD einzeln 
            
( erschienen 2003, thematisch sortiert mit meinen bis 
             dahin geschriebenen besten Liedern):

- „Gegenseitig geschenkt“
     
„Beziehungsweisen“ schönste Liebeslieder
-
„Woher – wohin“ – 
            „Betrachtungsweisen“ beste Lebenslieder
- „Nichts ist ideal“ – 
            „Sichtweisen“ trotzigste Trotzlieder 

- „Papa backt“ – 
           
„Singweisen“ aus der Kinderwelt
   

Es gibt fünf CDs mit eigenen Liedern für Kindern in altersentsprechender Zusammenstellung sowie zwei CDs mit den besten Kinderliedern (einmal laut, einmal leise):

CDs für Kinder:

- "Igitt! Da drin sind Zwiebeln" - für Vorschulkinder
- "Ich bin groß" - zur Einschulung
       

- "Papa repariert" - für "frische" Grundschulkinder

- "Der geklaute Gameboy" -
für erfahrene Grundschulkinder 
- "Mama, mach Mam'lade" -
für große Grundschulkinder

sowie als "beste" Kinderlieder:
- "Aufräum'"   (laut genug)
- "Mach die Tür zu" (leise)


Gerd Schinkel singt auf deutsch eigene Lieder  

Bestes Stück - eigen(brötlerisch)e Lieder

Lang ist her

Lang ist es her, kaum weiß man’s mehr, 
da hat ein Ruck die Welt geweckt. 
Wer da noch schlief, in Ohnmacht tief, 
der wurde unsanft aufgeschreckt. 
In manchem Land war Wut entbrannt, 
ging der Protest los ohne Halt.
„Schluss mit dem Krieg!“ Frieden als Sieg, 
und Widerstand gezeigt geballt.

Verfolgt, verleumdet, kriminalisiert 
wurde von oben reagiert.
Doch ohne Zweck – bald warn sie weg: 
DeGaulle wie Johnson ausrangiert.

Berlin, der Schah, was da geschah, 
wie Kurras Ohnesorg gekillt,
die Obrigkeit gewaltbereit, 
der Mob an Springers Brust gestillt.
Im Lügenland, das braun gebannt, 
die Spießer gnadenlos verprellt –
bewusst geschockt und hart gerockt, 
dem Gleichschritt in den Weg gestellt.

Verdammt, verurteilt, wie Verbrecher dargestellt  
wurde von oben reagiert.
Mit klarem Ziel äußerst subtil 
wer kritisiert hat, drangsaliert.

Gründonnerstag und Dutschke lag 
getroffen da in seinem Blut.
Von BILD verhetzt, plötzlich entsetzt – 
und in den Straßen kocht die Wut.
Ist lange her – kaum weiß man’s mehr, 
wie alles so kam, wie es kam. 
Und lügenfroh tut mancher so 
als ob hier jeder Mist der Welt seinen Anfang nahm.

Genau vor uns ham unsere Eltern uns immer gewarnt,
jetzt selber grau und faltig ham wir’s so geahnt.
Man will uns fertig machen - wir haben Geduld:
Okay – die 68er sind an allem schuld.

Ich bin dabei gewesen – ich hab’s getan, 
Schiebt mir alles in die Schuhe, kommt nicht drauf an.
Ich hab da mitgemacht, ich geb es zu -
Dann ist aber gut und ihr lasst mich in Ruh?

Wir ham’s verbrochen, vermasselt, uns eingebrockt:
Was ihr auch wollt: ganz gewiss, wir hams verbockt.
Ob Vogelgrippe, Sintflut, Pest und Cholera – 
alles waren wir, es stimmt, na klar.

Wir ham den Minirock erfunden, die Hippies frisiert.
Prag besetzt, Sharon Tate massakriert,
Jimi Hendrix, Janis Joplin ins Jenseits geschickt,
in Kommunen gelebt, kreuz und quer getickt,

Autoritäten untergraben, Kultur zerstört,
Familien zerrüttet, nicht mehr hingehört,
die Toskana verwüste, Niki Lauda gelenkt,
und Elvis die Pillen für den Tod geschenkt.

Wir haben Watergate erfunden und die Pornografie,
den Schlendrian, den Geiz, die Gier, die Demoskopie,
Wir ham die Schulen verdorben, die Werte zersetzt 
die Moral ausgehebelt, Kinder aufgehetzt.

Die Mode kommt von uns, jeder neue Trend,
der Spruch von dem, der zweimal mit derselben pennt,
Bildungsnotstand, Walfang, Bienentod, 
Bayern nicht mehr Meister und der Hundekot.

Chaoten, Kindsmord, Stasi und die Trockenheit,
Hochwasser, und wenn’s im Winter nicht mehr schneit,
HIV, Vulkanausbruch und Kinderleid,
der Bier- und der Benzinpreis, auch die Sommerzeit,

die Neonazis, Politikverdrossenheit,
der Lehrstellnmangel, Langzeitarbeitslosigkeit.
Geburtenrückgang, Drogen, Euro, Rinderwahn,
Datenschutz, Krawall, die Post, die Deutsche Bahn.

Piercing, Tätowierung, jeder Bombenfund,
der letzte und der neue Papst, der Sittenschwund,
die Mullahs im Iran, natürlich auch Hartz IV,
Norovirus, Herpes, ja, auch das war’n wir.

Minutiös geplant ist jedes Attentat,
Pleiten, Pech und Pannen, jeder Hochverrat,
Tourismus, Pessimismus, Hedonismus, Okkultismus,
Terrorismus, Fanatismus, Islamismus, auch
Börsencrash, Tsunami, Gottschalck, Günter Jauch.

Wir haben Alzheimer entwickelt, damit jeder vergisst,
wie es war und wirklich wohl gewesen ist,
und wie es so aussieht, hat’s auch funktioniert –
wir sind schuld an allem, was bis heut passiert.

Genau vor uns ham unsere Eltern uns immer gewarnt.
jetzt selber grau und faltig ham wir’s so geahnt.
Will man uns fertig machen – wir tragen’s mit Geduld:
Okay – die 68er sind auch am Dativ schuld. 

Lang ist es her – kaum weiß man’s mehr, 
da hat ein Ruck die Welt geweckt. 
Wer da noch schlief, in Ohnmacht tief, 
den hat man unsanft aufgeschreckt.
Ist lange her – kaum weiß man’s mehr, 
wie alles so kam, wie es kam. 
Und lügenfroh tut mancher so 
als ob mit uns jeder Mist der Welt sein’ Anfang nahm.

2007

Susanne steigt aus                                  E’E’- A’H’

Susanne steigt aus –                                         E’ E’-
sie will dem Hamsterrad die Nase drehn.           A’H’E’ E’- A’H’
Susanne steigt ein –                                          E’ E’-
sie will im Leben noch was anderes sehn.          A’H’E’ E’- A’H’

Sie packt mehr als nur den Rucksack                 A’H’
für ein paar Jahre außer Haus –                           E’A’
ein neues Ziel in weiter Ferne –                          A’H’
doch in dem Land kennt sie sich aus.                 E’ E’- A’H’E’

Steig aus – steig ein –                                           E
mit neuem Schwung ein Sprung hinein.
                  AH7E
Sie kriegt die Kurve, geht auf Fahrt –
                     c#f#
hat Kraft und Nerven angespart.
                             DH7

Steig ein – steig aus –                                           E
aus dem gewohnten Trott hinaus
                          AH7E
Susanne sucht sich ihren Pfad,
                              c#f#
hat Kraft und Nerven für den Start gespart.
              DH7E

Susanne steigt aus –
und sie hat alles ganz genau geplant
Susanne steigt ein –
von langer Hand ganz gründlich angebahnt.

Noch mal ne neue Richtung
diesen Traum sie sich erfüllt,
weit weg vom grauen Alltag,
der voller Leere aus dem Rahmen quillt.

Susanne steigt aus –
weil es sie bis an ihre Grenzen zieht.
Susanne steigt ein –
will selbst bestimmen, was mit ihr geschieht.

Sie will’s noch einmal wissen,
sich noch einmal ausprobiern,
Routine strikt vergessen,
noch mal in Neugier sich verliern.

2007

Rücken zur Wand

Augen, die blitzen – ein wenig zu lang,
heimliches Schwitzen, verwirrender Drang,
süße Versuchung – auf Dauer gesucht,

das Selbst kaum beherrschbar, die Schwäche verflucht.

Es knistert und prickelt, kribbelt, vibriert,
wartet darauf, dass vielleicht was passiert.
Es lauert und lauscht, und es zögert und zagt –
zitternd geschwiegen anstatt mehr gewagt.

Unbewusst fasten, vor Sehnsucht nichts spür’n,
beiläufig tasten und flüchtig berühr’n.
Elektrisiert beben, betäubt der Verstand.

Ein Schritt vor dem Abgrund mit dem Rücken zur Wand.

Hilflos gewunden, magnetisch gebannt,
die Sinne gebunden, den Blick unverwandt,
quälend die Ferne, zu nah zum Entflieh’n,
der Ohnmacht ergeben, chancenloses Entzieh’n.

2007

Bestes Stück                                                 G/4

Ihr wollt es wagen, ihr habt Mut,                                GDGID
nicht ständig fragen „geht’s auch gut?“.                     GDGIG7
Das ist doch nirgends garantiert,                              CDh
kann immer sein, dass was passiert,                       ea
der nicht gewinnt, der nichts riskiert.                        DGID

Ihr wollt’s riskieren, ohne Scheu,
was soll passieren – ihr seid treu,
mit Zuversicht nach langem Test,
dass alles sich erobern lässt,
hält einer nun den anderen fest.

Ihr kennt einander gut genug,                                  Cea
seid selbstverständlich auch so klug,
                      a/G F
dass ihr euch Luft zum atmen lasst.
                         FG
Führt den Beweis zu eurem Glück,
                          Cea
jeder des andern bestes Stück,
                              a/G F
zu dem kein anderer besser passt.
                         GC

Ihr nehmt euch wie ihr nun mal seid.
Man weiß ja nie, wird man sich leid,
wenn dann der Alltag Fahrt aufnimmt,
und euer Kurs zunächst auch stimmt,
und keiner hilflos treibt statt schwimmt.

Ihr seid bereit und habt ein Ziel,
und so zu zweit gelingt euch viel,
wenn ihr einander Kräfte gebt,
nicht ständig aneinander klebt
und sorgsam miteinander lebt.

Wenn ihr euch selig Liebe schenkt,
nicht sinnlos an das Schlimmste denkt,
dann kann es sein, dass euch gelingt,
ihr bis ins Paradies vordringt,
wohin es längst nicht jeden bringt.

Ihr wollt es wagen, ihr habt Mut,
nicht ständig fragen „geht’s auch gut?“.
Das ist doch nirgends garantiert,
kann immer sein, dass was passiert,
der nicht gewinnt, der nichts riskiert.
                                                                                                2007

Der Verdacht

Also ehrlich, ich bin keiner, der sich ständig nur beschwert,
dauernd jammert oder meckert, dem nichts recht ist, nur verkehrt.
Ich war immer tolerant, und fiel es mir auch noch so schwer.
Ich ertrag so allerhand, doch irgendwann, da geht’s nicht mehr.  
Irgendwas geschieht hier gerade – ich hab den Verdacht,
das ist auch kein Versehn, so hinterhältig, wie man’s macht.  

Jede Treppe, die wir laufen, die wird steiler jedes Mal,
jede Stufe immer höher, jeder Schritt wird so zur Qual.
Die vertraute alte Strecke, Einkaufsweg seit Ewigkeit,
wird offenkundig nachts verlängert – sie war früher nicht so weit.
Irgendwas geschieht hier gerade – ich hab den Verdacht,
dass man mit voller Absicht alles weiter, höher, steiler macht.

Ich bin doch nicht von gestern, ich bin doch kein Idiot – 
Ich merk doch, wie sie lästern – ich fühl mich echt bedroht.

Frag ich die jungen Nachbarn, dann vermiss ich Höflichkeit.
Sie antworten fast lautlos, flüstern nur die ganze Zeit.
Woll’n die nicht mit mir reden, ganz normal, so wie man spricht.
Weshalb woll’n die mich ärgern – Lippen lesen kann ich nicht.
Irgendwas geschieht hier gerade – ich hab den Verdacht,
irgend jemand hat mich wohl schwer in Verruf gebracht.

Kleidergrößen – sind die abgeschafft? Ist das legal?
Jeansbund 30: wieso 40? Ist das denn egal?
Meine alte T-Shirt-Größe „M“ – wer passt da rein?
Wie kann „XXL“ von heut die selbe Größe sein?
Irgendwas geschieht hier gerade – ich hab den Verdacht,
dass man uns hier das Leben ganz bewusst zur Hölle macht. 

Ich bin doch nicht von gestern, ich bin doch kein Idiot – 
Ich merk doch, wie sie lästern – ich fühl mich echt bedroht. 
Da läuft doch ne Verschwörung! Passiert da nicht Verrat?
Ich merk es mit Empörung. II:Ja, schützt mich nicht der Staat?:II 2 x

Die Schrift im Telefonbuch ist absichtlich extra klein,
die Waage falsch geeicht – ich weiß, so schwer kann ich nicht sein.
Die Straßen sind nicht sicher – viel zu schnell ist der Verkehr,
die Einkaufstasche, die war früher auch längst nicht so schwer ...
Irgendwas geschieht hier gerade – ich hab den Verdacht,
dass irgendwer auf unsere Kosten sich was ausgedacht.

Die Jugend ist heut deutlich jünger als wir’s jemals warn.
Was hat man den Greisen, die so alt wie ich sein solln, getan?
Manch Falten-Alten kannt’ ich gut - nun kenn’ die mich nicht mehr...
Wie hießen die noch ... fällt mir gleich ein – sag’s dir hinterher...
Irgendwas geschieht hier gerade – ich hab den Verdacht,
die denken, mit uns kann man’s machen, weil man’s mit uns macht.

Sie wolln uns übers Ohr haun. Da müssen wir uns wehrn.
Vielleicht an höchster Stelle uns nur laut genug beschwern.
Und lassen wir’s so laufen, dann ist jeder bald geplagt,

Dann machen die so weiter, II:wenn keiner sich zu wehren wagt...:II

2006

Woran denkst du                                  E-A

Woran denkst du, wenn du aufstehst?             A’-
Wohin willst du, wenn du gehst?                  A’-+
Was bewegt dich, wenn du aufdrehst?         A’-
Und was hält dich, wenn du stehst?             A’+
Es gibt Wege, die zu weit sind,                 D
die uns auseinander führn.                         c#
Es gibt Zeiten, die wir leid sind,                 f#
wenn wir uns zu lang nicht spürn.              DEA’-

Ich möcht dich lieben wie von Sinnen,       f#
ungehemmt durch den Verstand,              c#
würd am liebsten gleich beginnen,           f#
ungebremst, Kopf durch die Wand -          c#
doch behutsam in der Weise,                   h
jede Phase ein Genuss,
                            D
ausgekostet, laut und leise,                      A
lustvoll streicheln, Kuss auf Kuss.              DEA’-

Ich denk an dich, gleich wenn ich aufwach.
Aus dem Traum komm ich zu dir.
Kaum dass ich die Augen auf mach,
vermiss ich dich schon neben mir.
Such nach Wegen, die nicht weit sind
und mich direkt zu dir führn.
Wünsch mir, dass ich dich bereit find,
mich hautnah bei dir zu spürn.

Sieh dich um, sag, was erkennst du?
Was vernimmst du, hörst du hin?
Wohin fliehst und warum rennst du,
wenn ich dir doch nahe bin?
Es gibt Lichter, die zu grell sind,
die uns blenden, statt zu führn.
Es gibt Schatten, die zu schwarz sind,
sogar wenn wir uns doch spürn.

Wir wolln uns lieben wie von Sinnen,
ungehemmt durch den Verstand.
Am liebsten gleich damit beginnen,
ungebremst, Kopf durch die Wand -
doch behutsam in der Weise,
jede Phase ein Genuss,
ausgekostet, laut und leise,

lustvoll streicheln, Kuss auf Kuss.

2005

Dicke Decke

Mama hat ne dicke Decke, dicke Decke.                      D
Mama ist oft kalt.                                                         DA
Hat sie nur ne dünne Decke, dünne Decke,                   D
friert die Mama bald.                                                     AD

Manchmal trägt die Mama auch noch, Mama auch noch  G
dicke woll’ne Socken –                                                 AD
warm im Bett ist so nett,                                                AD
raus – kann sie keiner locken.                                       AD

Mama hat n Kuschelkissen, Kuschelkissen,
das ist so schön weich.
Und will einer von ihr wissen, von ihr wissen,
wann sie aufsteht? – Gleich.

Manchmal dreht sich Mama noch mal, Mama noch mal
in die dicke Decke.
Warm im Bett ist so nett.
Ob ich sie jetzt wohl wecke?

Mama mag n frischen Kaffee, frischen Kaffee.
Kaffee ist so süß.
Der hilft, sagt die Oma immer, Oma immer,
wieder auf die Füß’.

Warum weiß die Oma immer, Oma immer
lauter schlaue Sprüche?
Warm im Bett war so nett -
Dann kommt Mama in die Küche...

2007

Sie schläft nicht gut                                      e/0

Sie schläft nicht gut, sie schläft nicht fest,                  e  
weil die Vergangenheit sie niemals ruhen lässt.            Dh
Sie wirft sich schweißnass hin und her,                          e
als ob, was weit zurück liegt, grad gewesen wär…        DH7
Sie schläft nicht fest, sie schläft nicht gut,                     CDhe
weil auch nach Jahren die Vergangenheit nicht ruht.       CDe

Der Alptraum hält sie zitternd wach:                               CDH7e

Sie gibt sich wild entschlossen und ist doch so schwach. xDH7e

Sie hatte keins – nun hat sie eins: 
Als sie’s bekam, da sagte sie, jetzt ist es meins.
Hat’s so gewollt und auch gekriegt -
wer fragt, wie sie die Kinderlosigkeit besiegt.
Es klappte gut, ging alles glatt – 
ihr war nicht wichtig, wer das Kind geboren hat.
Und kaum war’s da, zur Welt gebracht,
nahm sie es mit und hat sich keinen Kopf gemacht.

Der Sohn wuchs auf, und wuchs heran – 
hat nichts geahnt, gehört, gefragt – kein Zweifel dran.
Sie hat’s verdrängt, sie hat’s gewusst, 
und hat ihr falsches Mutterspiel gespielt mit Lust.
Was schert sie noch die Seelenqual 
der jungen Frau, der man das Kind im Kindbett stahl, 
die so lang um den Sohn geweint -
wer wohl mit Recht das Mutterrecht zu haben meint...

Der Sohn hört viel, der Sohn hört mehr –
nicht alles – doch alles zu glauben fällt ihm schwer.
Sie sagt ihm dies, sie sagt ihm das,
will nichts verlier’n, hält fest mit Angst und spürt den Hass.
Zum Schicksal fügt sich Lug mit Trug -
Sie droht mit Tod, als wär’ s nicht so schon schlimm genug.
Verliert was nie das ihre wird -
hat sich in falsch verstand’ner Mutterschaft verirrt.

2007

Haufen Schrott

Der Haufen Schrott – noch fährt er gut,
verbeultes Blech, doch solang’s die Karre tut –
immer weiter, immer weiter fahr’n.
Gitarre quer im Kofferraum,
randvoll gepackt, dabei im Kopf den alten Traum –
immer weiter, immer weiter fahr’n.

Die nächste Bühne, die nächste Stadt,
und wenn du ankommst, bist du erst ne Weile platt.
Der nächste Gig – begonnen, vorbei,
danach noch aufgedreht bis mindestens drei. 

Die alten Jeans fast durchgewetzt,
ein müdes Lächeln, hinter’s Mikrofon gesetzt –
immer wieder fängt’s von vorne an.
Gitarre quer unter der Brust,
die Stimme brüchig und so manchen Spruch gewusst –
immer wieder fängt’s von vorne an.

Der nächste Song, das nächste Konzert –
Frag nicht, was lohnt sich und was ist den Aufwand wert.
Die nächste Show – begonnen, vorbei,
danach den Schlaf gesucht bis mindestens drei.

Am Tag danach zu spät geweckt,
gepackt in Eile und dann doch im Stau gesteckt –
immer weiter, immer weiter fahr’n.
Den Stadtplan quer, Straßen gezählt,
total genervt, weil die Wegbeschreibung fehlt –
immer weiter, immer weiter fahr’n...

Der nächste Club, die nächste Tour,
der Soundcheck kurz und die Garderobe Horror pur.
Die nächste Show – begonnen, vorbei –
Danach voll aufgedreht bis mindestens drei.

Das alte Holz – noch klingt es gut,
die Knochen morsch, doch solang’s die Stimme tut –
immer wieder, immer weiter fahr’n.
Gitarre quer über den Schoß,
noch mal gestimmt, ein Akkord und dann geht’s los –
immer wieder fängt’s von vorne an.

Der nächste Einfall, das nächste Lied –
Fliegt zu und packt dich - keiner weiß, wie’s geschieht.
Der nächste Beifall – begonnen, vorbei,
verbeugt und abgetreten, glücklich und frei...

2006

Alle Zeit

Bis hier hin geschafft – doch wie geht’s weiter?
Welche Strecke und wohin?
Karte auf dem Schoß, ohne Reiseleiter –
wer sagt mir, wo ich bin?

Keiner den wir kenn’, keiner zu verstehen –
doch scheint’s dass jeder uns versteht.
Alles zu entdecken und so viel zu sehen –
ganz egal, wohin man geht.

Keiner der hetzt, niemand der zur Eile drängt –
jeder hat alle Zeit der Welt.
Nirgends besetzt, jeder dir ein Lächeln schenkt –
keiner sich vor die Sonne stellt.

Stille wenn sie sein soll, kein Gelärme –
angenehm nur, was man hört.
Frisch, nicht kalt, und statt Hitze Wärme –
nichts da, was noch stört.

Freundliche Blicke laden ein zu bleiben,
aber lassen uns die Wahl.
Niemand, der uns nötigt was zu unterschreiben –
kaum zu glauben – doch normal.

Völlig entspannt in den Tag hinein gelebt –
jeder hat alle Zeit der Welt.
Hektik gebannt und in Seligkeit geschwebt –
Genuss, solang das Glück sich hält…

2006

Vergessen

Ich schau zu, ohne was zu sehn,
renn wie blöd – und bleib doch nur stehn,
spitz die Ohr’n, doch hör keinen Laut,
taste blind – nur mit tauber Haut.
Kann dem Geschmack längst nicht mehr vertrau’n,
mal muss ich würgen, mal hab ich schwer zu kau’n,
taumele im Schwindel, spür großen Schmerz –
sag, was tut so weh – Kopf oder Herz...

Ich sollt' vergessen,
dass man mich nicht vergisst –
Es geht auch ohne mich,
selbst wenn man mich vermisst...

Ich sag nix, doch halt nicht den Mund,
ich weiß warum, und hab keinen Grund.
Steh im Wind, der mich ignoriert,
bin kalt wie Eis, aber keiner friert.
Betäub den Hunger mit Illusion,
versteh die Welt nicht ganz, aber Teile schon.
Lauf die Schuhe ab völlig unbesohlt,
Will morgen schon, dass sich heut wiederholt.

Ich will vergessen,
dass man mich nicht vergisst –
Es geht auch ohne mich,
selbst wenn man mich vermisst...

Ich red mich raus – und komm nicht zu Wort.
Bin fehl am Platz, doch am richt’gen Ort,
atme tief ein – und krieg keine Luft,
steck meine Nase überall rein, und riech keinen Duft
Streck meine Zunge lieber raus, eh ich auf sie beiß,
bleib an jeder Ecke steh’n und dreh mich im Kreis.
Fühl mich überall zu Haus, weiß nicht, wo ich bin.
Will so schnell wie möglich raus und bin nicht mal drin.

Will nur vergessen,
dass man mich nicht vergisst –
Es geht auch ohne mich,
selbst wenn man mich vermisst...

Ich wart auf dich und geh dir aus dem Weg,
stoß dich vom Bett, wenn ich mich zu dir leg.
Durchwach die Nacht, die mich kalt umgibt –
Halt es nicht aus, wenn einer mich nicht liebt.
Schick die Erinnerungen in ein Labyrinth,
bin der Verlierertyp, der glaubt, dass er stets gewinnt,
schrei aus vollem Hals - doch es bleibt ganz still.
Bin auf nix gefasst, komme was da will.   

Ich werd' vergessen,
dass man mich nicht vergisst –
Es geht auch ohne mich,
selbst wenn man mich vermisst...

2007

Richtig wichtig

Du wolltest zeigen, wie man’s richtig macht –               D
und zeigst doch nur, wie man sich wichtig macht.       CGD
Du willst viel mehr als andere vor dir sein –               D
und kriegst nicht mehr hin als getrübten Schein.         CGD
Genügt’s nicht, wenn du siehst, dass es nicht reicht,  C
wenn einer nicht mal halbwegs andern gleicht?         a
Was brauchst du als Beweis auf deine Hand,           F-
erfassbar, nicht zuviel für dein’ Verstand?               GA

Du wolltest zeigen, wie der Hase läuft,
hast dabei Unverdautes angehäuft.
Du wolltest mehr tun als dir möglich war –
das ist längst jedem - und nur dir nicht klar.
Was willst du noch? Hast du noch nicht genug?
Hier auszuharr’n ist weder schlau noch klug.
Ja, zeig dich so, wie man dich lang schon kennt:
Empfehlungstaub, beratungsresistent...

Du bist - verzeih, wenn ich es offen sag -
nicht wert, dass ich mich über dich beklag.
Wollt irgendwer sich über dich beschwer’n –
wär’ zwecklos – jeder muss sich selber wehr’n.
Du hast gezeigt, wes Geistes Kind zu bist,
nach wem du trittst, aus wessen Hand du frisst.
Als Trost bleibt die Gewissheit, dass du gehst -
so kommt’s – auch wenn du am Kalender drehst.

Und keiner weint dir eine Träne nach.
Was aufblüh’n kann, lag viel zu lange brach,
von dir gedüngt, mit dem, was dir gelang
und folgenreich durch deine Därme drang.
Wir sehen: Alles hat so seinen Preis –
Vielleicht bleibt uns ne Weile noch dein Sch(w)eiß.
Auch den sind wir dann irgendwann mal los –
das macht dein’ Abschied heut schon so famos.

 2007

Mordsgelüste

Wenn ich ins Bett will, kommst du eiskalt hinterher,            CGC
mit deiner Unersättlichkeit, der Gier nach mehr.                  CGC
Willst an mir lutschen, an mir saugen,                                  FG
hast nur den Wunsch mich auszulaugen,                             Ea

doch nicht, weil’s mir gefiele – du denkst nicht an mich:       DG

Wenn du der Lust folgst, kümmerst du dich nur um dich.       FGC

Ich bin für dich doch nur ein Körper, ein Gefäß
mit Armen, Beinen, Kopf, Hals, Brust, Bauch und Gesäß.
Doch unterschätz nicht meine Sinne – 
vielleicht dass ich damit gewinne.
Kann sein, dass ich es dann bin, der am Ende lacht,
wenn du mich vorher fast um den Verstand gebracht.

Solang träum ich davon, ich risse dich in Stücke,           FGea
solang verfolgst du mich mit soviel List und Tücke.
         FGC I C7
Und dieser Alptraum erst für mich ein Ende hat,
              Fga I a/GF
wenn du nicht mehr entkommen kannst, mach ich dich platt.
    GC

Kaum lieg ich da, fällst du auch schon über mich her.
So unersättlich willst du gierig immer mehr.
Ich kann mich drehen, winden, wehren – 
mir scheint, das schürt nur dein Begehren.
Du bist ganz wild und willst auf meine nackte Haut,
und dabei bist du manchmal auch noch ziemlich laut.

Am liebsten magst du es, wenn ich es gar nicht merk.
Dann gehst du sinnlich und voll Hingebung ans Werk,
holst aus mir raus, worauf du scharf bist, 
soviel wie gerade dein Bedarf ist.
Danach werd ich von dir dann kaum noch angeguckt –
ich werde wach, bin schwach, gerädert – und es juckt...

Ich ahne schon, du bist nicht weit und such nach dir,
trag unverkennbar deine Spuren klar auf mir.
Ich kann sie nicht einmal verdecken,
nicht verbergen, nicht verstecken,
und ganz sicher ist dir das total egal.
So abgebrüht ist für dich meine Qual normal.

Vermutlich ruhst du dich nur aus im Hinterhalt.
Dass ich dich wie besessen suche, lässt dich kalt.
Du bist gesättigt, abgefüllt, 
hast deinen Durst an mir gestillt,
und deshalb bist du an mir nicht mehr interessiert –
das ist ein Fehler – denn kann sein, dass was passiert....


Die ganze Nacht hast du mich rücksichtslos gequält.
Hab die Sekunden bis zum Morgengrauen gezählt.
Ich komm nur selten mal zur Weißglut – 
doch so gelingt dir der Beweis gut:
Sogar im Friedlichsten steckt jede Menge Hass...
Ich bin fast sicher, du hast daran auch noch Spaß...

Wenn ich dich finde, geht’s dir prächtig, geht’s dir gut.
So aufgetankt mit meinem Saft, mit meinem Blut.
Und ich entdeck in mir den Killer – 
schlag zu – dann wird’s endlich stiller –
Doch ich merk schon, unbeherrschte Wut ist schlecht:
Auch noch als Opfer hast du dich an mir gerächt.

Solang hab ich geträumt, ich risse dich in Stücke –
Nun zahlst du mir mit meinem Blut, du fiese Mücke.
Doch du weißt auch, wie man von dir noch lang was hat:
Den Blutfleck an der Wand – genau da warst du platt!!!

2007

 

Der Kardinalsfehler

Der Wind verändert oft die Richtung, 
die Sonne geht von Ost nach West,
Priorität geht nach Gewichtung, 
die jeder selbst setzt, den man lässt.
Wie jeder mag, kann jeder glauben, 
nicht jeder braucht dazu den Dom.
Schließlich gehört der auch den Tauben 
und nicht allein dem Papst in Rom.

Den Dom besteigen hoch im Turm 
ist eine Qual –
doch wie viel schwerer zu ertragen 
ist in Köln der Kardinal…

Der Dom reckt schwarz und spitz die Türme, 
durch Abgasgift zerfällt der Stein,
und doch erträgt er alle Stürme,
erhebt sich trotzig übern Rhein.
In seinem Innern kalt und mächtig,
dämmrig durch bunt gebrochnes Licht,
mancher meint protzig, mancher prächtig –
die Tauben interessiert das nicht.

Rund um den Dom der Tauben Nachlass 
ist fatal –
doch wie viel schwerer zu ertragen 
ist in Köln der Kardinal…

Der Dom erlebte viele Kriege,
nicht nur manch Fenster ging entzwei.
Auch manche Kardinalsintrige
ging mit der Zeit auch mal vorbei.
Ein Fenster, grau, wie das Gemäuer,
erhielt ein neues, buntes Glas,
kunstvoll gestaltet, wertvoll, teuer,
und viele fanden daran Spaß.

Den Dom zu lassen, wie er ist, 
wär' nicht normal.
Doch wie viel schwerer zu ertragen 
ist in Köln der Kardinal.

Der Inquisitor aus dem Osten,
den Kölnern aufgedrückt von Rom,
auf Dauer auf verlor’nem Posten –
ein Wicht, verglichen mit dem Dom,
ein Klon aus längst vergang’nen Zeiten,
als man den Dom zu bau’n begann –
kann über Kunst mit ihm man streiten,
mit dem, der nichts begreifen kann.

Die Chance, den Dom mit Licht zu füll’n, 
ist eher schmal -
doch wie viel schwerer zu ertragen 
ist in Köln der Kardinal.

Hat’s ihn in unsere Zeit verschlagen?
Zu uns gebeamt? Zu uns verbannt?
Weiß er von wem? Kann man ihn fragen?
Von welchem Stern? Aus welchem Land?
Von welchem Volk? Wer sind die Seinen?
Was will er hier auf dieser Welt?
Und welche „Art“ mag er wohl meinen,
wenn er was für „entartet“ hält…?

Rund um den Dom der Tauben Nachlass ist fatal –
doch wie viel schwerer zu ertragen 
ist in Köln der Kardinal…

2007

Intrigantenstadl   oder  Opus Edi

Zum Nachtschoppen ist in der Staatskanzlei           GCG
der Micha beim Edi um kurz vor zwei.                    GAD
Beim halbvollen Glas wird was ausgeheckt:            GCG
„Im Weib aus Fürth wohl der Teufel steckt.              GDG
Was hat die geritten? Was führt die im Schild? –      CG
Das Weib läuft Amok, die wird richtig wild... –          AD
Hör dich mal um. Ruf da mal an,                            GCG
wie man der das Maul richtig stopfen kann...“          GDG

Ja, Bayern ist vorn, Bayern ist schön,                      DG
Intrigantenstadl, das spielt mer beim Föhn.                AD
Und die Landrätin braust mit dem Motorrad               GCG
in Bayern vorweg und kommt so in Fahrt.                GDG

Der Edi kennt lang schon die Gaby aus Fürth –
Wie gern hätt’ er die doch mal ausgeführt...
und als sie dann auch noch im Vorstand saß -
das feurige Weib, da hat Edi sein Spaß.
Bis Edi vergaß, was der Edi grad will –
Da riss sie das Maul auf und war nicht mehr still... –
„Hör dich mal um. Ruf da mal an,
wie man der das Maul richtig stopfen kann...“

Der Micha ruft an, der hört sich mal um:
„Wie oft ist die b’suffa? Wo treibt die sich rum?
Hat die was mit Kerlen? Was macht die bei Nacht?
Es muss doch was gehm, was die heimlich macht...“
Doch er kommt an' Falschen, und der denkt, er spinnt.
und fragt, ob im Schrank alle Tassen noch sind.
Und steckt das der Gaby und die kriegt a Wut –
Und das tut ja jedem Theater so gut. 

Ja, Bayern ist schön, Bayern ist vorn,
Und der Micha beim Edi, der kriegt rote Ohrn.
Und die Landrätin fährt in Motorradkluft
in Bayern vorweg und macht dicke Luft.

Die Gabi will’s wissen und zündelt mit Lust:
„Der Edi hat immer doch alles gewusst...“
Der Micha taucht ab, und dann fliegt er schon raus. 
Doch so ist noch längst ka Rua in dem Haus.
Die CSU sieht, Edi hat ein Problem –
und das ist für beide gar unangenehm...
Edi sagt: „Gabi, halt’s Maul. Kusch! Vorbei!
Machst weiter so, schadest du nur der Partei...“

Intrigen, die sind CSU-Tradition.
Fragt mal den Theo, auch der weiß es schon.
Als der mit Irene nach München wollt ziehn, 
zog Edi die Fäden, und aus war’s für ihn.
Irene mit Theo: Das sei ein Skandal!
Für Edi sind solche Intrigen normal. 
Von Edi wird jeder, der quer kommt, gebannt –
umsonst wurd’ der nicht „Blondes Fallbeil“ genannt.

Ja, Bayern ist schön, Bayern ist vorn,
Und dann hat der Edi auch selbst rote Ohrn.
Die leuchten wie’s Bremslicht vom Motorrad,
und die Landrätin löffelt den Bayern-Salat.

Die Stimmung wird munter, die Stimmung, die steigt
in Wildbad Kreuth, wenn der Edi nicht schweigt
wie der Horst, den man gern schon als Nachfolger sieht,
und grad drum mal gründlich mit Schlamm überzieht.
Ne Berliner Geliebte, und schwanger dazu?
Und der an der Spitze der CSU?
Was denkt dann von Bayern der Bayer in Rom?
Der Großinquisitor von Köln tobt im Dom.

Die Ehe ist heilig und gottlos ein Mann,
der sich, wie Horst, nicht zusamm’reißen kann...
Was will der noch werden? Was bleibt der dabei?
Glaubt der, dass er so noch wählbar sei?
Faucht Ayatollah Joachim von fern –
Manch Bayer tut so, als hört er’s nicht gern.
Hätt’ Horst mit Gaby – und wär’ das ihr Kind,
gäb’s ’n Heimatfilm, schön wie die Berge halt sind.

Ja Bayern ist weiß, Bayern ist blau,
beim Intrigantenstadl, da weiß keiner genau...
denn die Freistaatskanzlei führt die Regie –
und wie so was ausgeht, dös weiß mer halt nie...

Dann hat Gaby die Nase vom Landratsamt voll –
Ein besseres, höheres Amt wäre toll.
So eins würd’ sie nehmen, egal wer’s ihr gibt,
wenn sie in der CSU keiner mehr liebt.
Damit einer kommt, der sie wieder will,
posiert sie in Latex als Lack-Lady schrill.
Das schockt manchen Bayern, der Edi nachweint –
Die Staatskanzlei regelt nicht alles, wie’s scheint.

Doch Gaby, die freut sich, dass jeder sie kennt –
und nutzt, als der richtige kommt, den Moment,
verkündet bescheiden, dass sie kandidiert –
und dies schon grandios sei, selbst wenn sie verliert.
Gaby weiß, auch in manch Ehe gibt’s Streit –
drum sind sieben Jahre genug Ehezeit.
Würd’ dies schon längst gelten: Für Horst wär’s bequem,
und auch niemand sonst hätt’ ein Trauscheinproblem.

Ja, Bayer ist alt und die CSU stark –
doch dass Gaby und Horst kandidier’n, trifft ins Mark.
Am liebsten wär’s manchen, man wäre so frei,
und schmisse sie beide gleich aus der Partei.

Im Traum fährt der Edi nun – welch Unterschied –
vom Hauptbahnhof München im Stoiber-Rapid
nach Wolfratshausen und selten zurück –
die CSU spielt längst ein anderes Stück.
Die Gaby wollt erben, was Edi geräumt:
den CSU-Vorsitz - auch Gaby gern träumt,
wie der untreue Horst, der so treuherzig guckt,
dass der Erwin bei seiner Maß Bier sich verschluckt.

Intrigen sind lustig für jede Partei –
man braucht nicht viel Leute: Es reichen schon zwei,
die haben woll’n, was ihnen gar nicht gehört –
Und noch ein paar andere, die so was dann stört.
Wer groß wird mit Mitgliedbuch der CSU,
ist bald mit dem Größenwahn auf du und du...
wie Edi und Erwin, Gaby, Günter, und Horst –
die bekannten Komödianten aus dem weiß-blauen Forst...

Ja, Bayern ist vorn, Bayern ist schön,
Intrigantenstadl, das spielt mer beim Föhn.
Die CSU hat noch genug Personal –
so bleibt die Show munter vor jeder Wahl...

In Wolfratshausen zieht Edi Bilanz,
ohne Ämter und Würden, ohne Pomp und Glanz.
Er leckt seine Wunden, beklagt den Verlust –
Ach Edi – ja hätt’ mer das vorher gewusst...
Das droht, wenn man zu lang am Sessel festklebt 
und glaubt, dass man über dem Wählervolk schwebt.
Wer stolpert, holt sich manchmal Beulen dabei –
Wie fing das noch an in der Staatskanzlei...

Beim Nachtschoppen saßen, vielleicht nicht um zwei, 
Micha und Edi in der Freistaatskanzlei.
Dass Gaby zum Aufstand rief, hat sie geschockt. 
Was schief ging, das hatten sie selber verbockt.
Der Edi drängt Micha, und der hört sich um:
„Hat die was mit Kerlen? Wo treibt die sich rum?“
Drum sind die zwei nun in die Wüste geschickt – 
doch Legenden in Bayern sind anders gestrickt.

Ja Bayern ist vorn, Bayern ist schön – 
Intrigantenstadl, das spielt mer beim Föhn.

Der Himmel ist blau und die Westen sind weiß - 
ein bayrischer Nachtschoppen hat seinen Preis. 

2006/7

Oettinger Klartext  oder 
Der furchtbare Richter von Stuttgart & seine Nachfahren
 
„High sheriff of Hazard“  Tom Paxton

Der Filbinger war so ein heiliger Mann,                      aCa
der meinte, dass man ihm nichts vorwerfen kann.    
   CG
Er war Demokrat, sagt er, von Anfang an -                  aCa
der furchtbare Richter von Stuttgart.                            CEa
Und war er auch schon als Student braun-konform      aCa
und zeigte sich stark in SA-Uniform.                           CG
Er war doch dagegen, sagt er, ganz enorm -              aCa
der furchtbare Richter von Stuttgart.                            CEa

Im Kriege warn viele das Morden so leid
und wollten bloß abhaun zur günstigen Zeit,
wie Gröger, der heut aus dem Grabe noch schreit
zum furchtbaren Richter von Stuttgart.
Der hat bis zuletzt um den Endsieg gebangt
und für Gröger die Todesstrafe verlangt -
In Treue zum Führer hat er nicht geschwankt,
der furchtbare Richter von Stuttgart.

Und doch ging der Krieg und der Hitler vorbei.
Im britischen Lager war das einerlei.
Es urteilte weiter, als wär nichts dabei,
der furchtbare Richter von Stuttgart.
Der Petzold, der glaubte sich endlich befreit
von den Nazihunden und schrecklicher Zeit -
da hat ihn verurteilt - na, wer war bereit?
Der furchtbare Richter von Stuttgart.

Dann saß er im Sessel als Christdemokrat
gewandt als Garant für die Freiheit im Staat.

Doch in seinem Geiste hielt sich braune Saat,
im furchtbaren Richter von Stuttgart.

Da saß er und hat Demokraten bedroht -
ein braunes Fossil trocken im schwarzen Boot.
In seinem Beruf traf ihn nie ein Verbot,
den furchtbaren Richter von Stuttgart.

„Was damals Recht hieß, könnt heut Unrecht nicht sein.“
Sein Wahlspruch ein Freispruch für manch braunes Schwein.
Und was man ihm vorwarf, wär’ Rufmord allein
am ehrbaren Richter aus Stuttgart.
Dann warf er das Handtuch, doch ohne ein Wort
der Reue nach Staatsterror und Nazimord.
Dass er doch beteiligt war, wischte er fort,
der furchtbare Richter von Stuttgart.

Der dritte der Nachfolger Oettinger heißt,
der dreißig Jahr später der Welt klar beweist,
er hat nichts begriffen – weil er sich erweist
als Westenweißwäscher von Stuttgart.
Der Filbinger war, so behauptet er keck,
ein Gegner der Nazis – bewirft so mit Dreck
die Opfer von damals, und uns packt der Schreck
vorm Westenweißwäscher von Stuttgart.

Der Richter einst furchtbar das Blut mit vergoss,
und reuelos später sein Leben beschloss.
Der Schoß, der blieb fruchtbar, man sieht es am Spross,
dem Westenweißwäscher von Stuttgart.
Rund 60 Jahr’ später, fast 30 danach,
begräbt der den Täter, denkt dabei nicht nach.
Die Wahrheit verdreht er, gebiert neue Schmach,
der Westenweißwäscher von Stuttgart.

Und so wird vergeben, vergessen, verdrängt,
fehlt nur noch, dass man hoch ein Weihrauchfass schwenkt.
Da geht ei’m der Hut hoch – er tut noch gekränkt,
der Westenweißwäscher von Stuttgart.
Und kriegt noch, man glaubt’s kaum, den Rücken gestützt
aus seiner Partei, aus der mancher ihn schützt,
wie früher den Filbinger, auch wenn’s nix nützt,
den Westenweißwäschern von Stuttgart

Der Weißwäscher klagt, dass man ihn missversteht,
knickt reumütig ein, als nix andres mehr geht –
ein Wetterhahn, der sich im Wind taktisch dreht,
der Westenweißwäscher von Stuttgart.
Was ist seine Reue Wert, will er doch nur
sein’ Kopf aus der Schlinge ziehn mit diesem Schwur.
Berechnend versucht er die Reparatur,
will die Weste weiß waschen in Stuttgart.

Der Oettinger passt gut ins alte Format,
ein schwarzbrauner Keimling aus furchtbarer Saat,
doch so macht das Ländle gewiss keinen Staat
mit Weißwäschern nicht nur in Stuttgart.

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