Jobsharing von
Weihnachtsmann und Osterhase
(Weihnachtsgedicht 1991)
Am Fenster, an der Blumenvase,
im Sessel, schläft der Osterhase.
Da klingelt es an seiner Tür.
Er gähnt und fragt: "Wer will zu mir?"
Reibt seine Augen, macht schnell auf -
er ist heut nicht besonders drauf.
Da steht vor ihm der Weihnachtsmann,
den er nicht sehr gut leiden kann.
In jedem Jahr kommt der vorbei,
auf seinem Rückweg - hat dann frei.
Sein Sack ist leer und darum leicht,
der Mantel etwas durchgeweicht.
So kommt er rein und macht viel Dreck.
‘Wann geht er endlich wieder weg...
ich hab doch noch so viel zu schaffen...
der Alte kommt und will bloß gaffen...’
Der Hase denkt sich so, genervt.
Doch hat er sich längst eingeschärft,
den Weihnachtsmann nicht zu verprellen,
sollt er auch jährlich lästig schellen.
Vielleicht war er noch einmal nütze...
mal irgendwann ‘ne echte Stütze.
Jetzt sitzt der Alte da zu Hause
beim Hasen und genießt die Pause.
Jedoch, nach einer Weile dann,
macht er den Osterhasen an:
"Hast Du genug bemalte Eier
für deine christbaumlose Feier?
So ohne Kerzen - welch ein Fest...
statt Krippe bloß ein grünes Nest...
bei mir, da haben sie gesungen:
‘paar von den Alten, von den Jungen...
War ganz gemütlich so, ach ja...
und Sie, Herr Lampe, sind noch da...?"
Hoch auf den Tisch legt er die Füße,
sagt noch dem Hasen ein paar Grüße,
dann drängelt er: "Musst Dich beeilen,
die bunten Eier auszuteilen!"
Der Hase grollt: "Immer bloß hetzen! -
Der poft - und ich muss Eierwetzen..."
Dann rümpft er einmal kurz die Nase,
leert noch mal gründlich seine Blase,
hüpft vor die Tür und prüft das Wetter -
‘nen Regenmantel gerne hätt’ er -
holt seinen Korb und macht ihn voll -
er packt nicht mehr ein als er soll -
dann teilt er schnell die Nester aus
und ist danach schon bald zu Haus.
Der Hase ist ein ziemlich schneller:
Er bringt den Korb in seinen Keller -
da liegt er bis zum nächsten Ostern
zwischen alten Eierpostern.
Dann setzt er sich in seinen Sessel.
Das heiße Wasser kocht im Kessel.
Er macht Kaffee, genießt die Brise:
"Fast so wie auf der grünen Wiese..."
Ein Schluck noch - und ein langes Ahhh -
er ist daheim, ist endlich da.
Jetzt greift er sich das Telefon:
(es steht ganz nah - er hat es schon),
wählt eine ziemlich lange Nummer,
hört dann im Ohr den leisen Summer,
und schließlich hebt auch einer ab -
das Klingeln brachte ihn auf Trab.
"Hier Weihnachtsmann", - so sagt der kurz,
als wär’ ihm jeder Anruf schnurz. -
Der Hase sagt: "He, Weihnachtsmann,
an Ostern, da bist Du mal dran!
Hab keinen Bock mehr auf die Eier.
Ich will jetzt mal ‘ne andere Feier.
Statt dass ich bunte Eier pack,
fahr ich mal Schlitten nehm den Sack.
Gib Deinen Mantel her, den roten -
ich zieh ihn über meine Pfoten.
und die Kapuze übern Kopf -
die Löffel ich darunter stopf...
auf Schnee rutsch ich dann übern Schotter -
Du färbst die Schalen um die Dotter
und legst die Eier bunt ins Nest,
dann hast Du auch ein schönes Fest...
Krieg ich auf Reisen kalte Füße,
bestell ich einfach von Dir Grüße.
Dann lässt man mich ins Warme rein -
da soll’s ja so gemütlich sein.
Dann hör ich auch mal Liedersingen,
kann dann auch mal was Anderes bringen.
Nicht immer Eier, Eier, Eier -
dann fühl ich mich schon sehr viel freier...
Mal Abwechslung - man lernt dazu -
‘ne Fortbildung - was sagst Du nu?" -
Der Weihnachtsmann atmet tief ein.
Dann denkt er: ‘Wird wohl klüger sein,
sich darauf ruhig mal einzulassen.
Der rote Mantel wird schon passen -
der Hase hat ja lange Beine...’
Bedenken hat er also keine.
Der Weihnachtsmann sagt: "Kannst’s versuchen...
Ich ess dann Deine Osterkuchen." -
Bald hüpft der Hase durch den Schnee.
Weil’s kalt ist, tun die Pfoten weh.
Schwer hängt der Sack ihm übern Rücken,
die spitzen Päckchenecken drücken.
Er ist von Haus zu Haus gerannt,
hat sich an Kerzen oft verbrannt.
An seinen Ohren hängt Lametta -
das wärmt ihn auch nicht bei dem Wetter.
Zum tausendsten Mal hört er dann:
"Lieba guta Weihnachtsmann..." -
"Nein... nicht schon wieder... kann nicht mehr..." -
so stöhnt er leise, hat es schwer.
Und all die Lieder, falsch gesungen:
"Die Glocken süßer nie geklungen..." -
"Oh Tannebaum" - was lehrt sein Kleid?
Du grünst so grün...? Zu welcher Zeit...?
"Vom Himmel hoch" - da komm ich nich...
"Alle Jahre wieder..."lich...
Dem Osterhasen dröhnt der Kopf.
Er will zur Kur, will an den Tropf...
bloß weg von diesem Weihnachtsrummel.
Jetzt weiß er: Ist doch alles Schummel.
Wie schön wär’s jetzt in seinem Bau,
bei seinen Eiern, seiner Frau...
Er ist halt doch ein echter Rammler,
nicht so ein alter, fauler Gammler.
Der Rücken schmerzt, nass ist sein Fell -
er will nach Hause, aber schnell,
flieht Lebkuchen und Schokoplätzchen.
Er will zu seinem Hasenschätzchen.
Der Hase hat sein Werk vollbracht.
Der Schlitten trägt ihn durch die Nacht.
Er kommt nach Haus, nach langen Fahrten,
und parkt grad neben seinem Garten. -
Der Weihnachtsmann sitzt auf dem Rasen
und schimpft laut auf den Osterhasen.
Da flucht er, mitten in den Eiern,
hat keine Lust mehr, noch zu feiern.
Er ist schon kurz davor, zu winseln:
Nach all dem langweiligen Pinseln
sind seine Arme kunterbunt
und seine Finger schon ganz wund.
Jetzt noch die Eier auszutragen -
wer traut sich, ihm das vorzuschlagen...
Erschöpft sinkt er in einen Traum:
Da schnarcht er unterm Weihnachtsbaum,
sieht all die vielen hellen Kerzen,
Glitzersterne, Kuchenherzen.
Dann sieht er etwas weiter runter...
was da hängt ist bunt und bunter:
Ostereier an den Zweigen...
hört "Stille Nacht" von tausend Geigen.
Er selbst liegt in ‘nem grünen Nest...
Was war das für ein blödes Fest...?
Was - Himmel - hat er da verloren,
in braunem Fell, mit langen Ohren...?
Er stöhnt laut auf und jammert: "Stopp!
Ich will jetzt meinen alten Job..."
Da kommt der Has’ zum Garten rein,
will Weihnachtsmann nicht länger sein.
Und so weiß jeder - weiß es gut -,
welch schweres Werk der andere tut.
Man lobt die eigene Verpflichtung,
will nie mehr eine andere Richtung.
Sie ruh’n sich aus und trinken Tee,
bei Marzipan und Eierschnee,
sind bald schon außer Rand und Band,
versprechen sich fest in die Hand:
Im nächsten Jahr, auf jeden Fall,
da feiern wir dann Karneval.
Der Weihnachtsmann auf Tour in
Kur (Weihnachtsgedicht 1992)
Der Weihnachtsmann fuhr in die Kur.
Wozu braucht der die, frag ich nur...
Wie’s dazu kam, ist schnell erzählt:
(Ich hab dafür Papier gewählt.)
Der alte Weißbart hatte Husten,
er mußte japsen, schniefen, prusten,
kam nicht mehr gut die Treppe rauf
und sagte sich: "Das hört jetzt auf."
Er ging zum Arzt. Der sah ihn an,
bedachte, was man machen kann,
lauschte am Herz und in die Lunge
und sagte: "Lieber Weihnachtsjunge!
Das hier - ich will Dich ja nicht drängen - ,
das bleibt nicht in den Kleidern hängen.
Da müssen wir was überlegen,
um Dich mal gründlichstens zu pflegen." -
der Weihnachtsmann ist ja nicht dumm,
und er begriff: ‘Den krieg ich rum...’
Er jammerte von Rückenschmerzen,
von falschem Rhythmus, da am Herzen,
und überhaupt: Der Streß sei hart,
er hätt’ auch keine Kraft gespart,
und nun sei Essig, leer der Tank -
kein Wunder: alle Nase krank.
"Tja", sprach der Doktor, griff zum Stift,
"die viele Arbeit ist halt Gift.
Bestell Dir mal ein Formular.
Das fülln wir aus, und über’s Jahr,
da fährst Du mal in eine Kur,
mit ganz viel Sport und viel Natur.
Laß andre Dein Geschäft versorgen.
Solln die sich Deinen Mantel borgen..."
Gesagt - getan: Der Antrag lief.
Es ging auch nirgends etwas schief.
Auch der Vertrauensarzt war nett
und fragte, wie er’s gerne hätt’: -
"Na ja, mit Fitness und so weiter,
vielleicht Natur, mit ganz verschneiter..."
Das wär’ nach Weihnachtsmanns Geschmack -
bloß ohne Schlitten, ohne Sack...
Und so erhielt er den Bescheid:
Mitte November war’s soweit.
Da war vorher noch viel zu machen.
So regelte er seine Sachen.
Er kaufte dies und kaufte das -
"ob ich noch in den Mantel pass...",
erstand auch ein paar neue Schuhe
und träumte von gesunder Ruhe.
Es sollte in den Schwarzwald gehn,
mit hohen Tannen, tiefen Seen.
Die Klinik von der BfA -
mit Selbstbeteiligung, na klar.
Der Weihnachtsmann hat kurz gekichert:
"Na prima - ich bin gut versichert.
Das mach ich mit. Da fahr ich hin,
so wahr ich Weihnachtsmann noch bin..."
In Todtmoos schließlich angekommen,
hat er’s in Augenschein genommen:
Die Klinik - na ja, halt steril.
In der Umgebung: auch nicht viel.
Von all den Cafés viele zu.
Todtmoos in Novemberruh’...
Da bleibt nicht viel, sich abzulenken -
den Ort - na ja, kannste Dir schenken...
Er wurde gründlich untersucht,
war tagelang fast ausgebucht.
Dann wußte man, woran man war -
und der Behandlungsplan war da:
Um sieben Uhr schon atmen gehn,
(zwanzig Minuten, nicht im stehn)
dann zehn Minuten inhalieren -
da konnte noch nicht viel passieren.
Zum Frühstück kam er an den Tisch,
so kurz vor acht, doch schon ganz frisch.
Zu viert saß man sich gegenüber,
reichte sich dies und jenes rüber:
Der eine Käse, andrer Wurst,
Kaffee und Milch gegen den Durst -
der Weihnachtsmann war ganz zufrieden,
denn so war alles gut entschieden. -
Mal aß er süßes Brot mit Quark,
stets vegetarisch - ganz schön stark.
Die Speisen waren appetitlich.
Er gab sich Mühe und aß schicklich.
Bei einem war er schnell dabei,
holte sich oft der Schüssel drei,
und fragte wer: "Was willst Du denn?"
sprach er: "Ich bin der Müslimän!"
Um neun Uhr dann, zur vollen Stunde,
ging es auf die Joggingrunde.
Erst mit viel Mühe, wenig Puste.
"Ich hab doch Schnupfen, und ich huste..."
so protestierte er erst schwach -
doch später ließ das dann schon nach.
Da lief er locker Kilometer,
der alte, steife Schreibtischtäter.
Danach, da wurde er massiert,
Gymnastik, die das Kreuz gut schmiert,
auch Wassertreten, hoch das Bein.
Er knurrte nur: "Mensch, muß das sein..."
Ins Moor gepackt, und: Nicht gelogen:
Der Weihnachtsmann beim Psychologen!
Jetzt weiß er, wie der Streß entsteht:
Na klar - wenn’s auf Dezember geht...
Entspannung nach dem Mittagessen -
schon früher hat er’s nie vergessen.
Doch was ihm hier nun widerfuhr -
so was passiert nur in ‘ner Kur.
Nachdem er gut gegessen hatte,
lag er nun prall auf seiner Matte,
gespannt auf den Entspann-Effekt -
entspannt - war weg - und wurd’ geweckt.
Ein Weihnachtsmann, wie man ihn kennt:
hat die Entspannung glatt verpennt.
Rot im Gesicht und ganz verlegen,
begann er sich verschämt zu regen,
und blinzelte ins Deckenlicht:
"Au wie - geschnarcht hab ich doch nicht...?
Na ja - jetzt geh ich mich halt trimmen
und erst mal eine Runde schwimmen.
Die Nachmittage war’n gemütlich.
Man tat sich im Café recht gütlich.
Schwarzwälderkirsch und Apfelstrudel,
die Mitpatienten gleich im Rudel.
Er selbst war in ‘ner netten Schar
(die meisten warn schon vorher da),
mit denen war’s gut zu ertragen -
er hatte keinen Grund zu klagen.
Da gab es viel zum Zeitvertreiben:
Kegeln, Karten, lesen, schreiben.
Er wäre gern auch mal geflogen,
hätt’ ihn das Wetter nicht betrogen.
Im Bus ging’s durch den schwarzen Wald:
Freiburg war schön und Basel kalt.
Und schließlich: auch nicht zu vergessen:
Ein Ausflug mit ‘nem prima Essen.
Die Abende warn nicht so lang.
So mancher spürte drum den Drang,
beizeiten schon sich abzuseilen
und in die Diskothek zu eilen.
Da gab’s Getränke, Schnulzenplatten,
und - freilich - jede Menge "Schatten".
Der Weihnachtsmann sprach da für sich:
"Oh nee, das ist wohl nichts für mich..."
Verzog sich schüchtern in die Ecke,
so wie ins Haus die scheue Schnecke,
doch - peinlich - man hat ihn gesehn.
Und schon bat man ihn, mitzugehn.
Er wurde mehr nach vorn gezogen
(viel lieber wär’ er doch geflogen...)
Nun tat er so, als wär’ er locker
und kletterte auf einen Hocker.
Da saß er nun, in diesem Kreis,
und bald schon wurde ihm ganz heiß.
Erst spürte er - das gab’s noch nie! -
‘ne fremde Hand auf seinem Knie...
danach - da wollte er streng bitten -
an seinem Arm so weiche Bluse...
und dann - auch das kommt nicht oft vor -
biß ihn noch jemand in sein Ohr...
Dann sollte er noch Schnäpse kippen,
auf heiße Rhythmen heftig wippen.
Das war zuviel für’n alten Knaben.
Man konnte ihn mal gerne haben.
Er nahm Reißaus und floh ins Bett -
da war er sicher, war es nett.
Er glotzte noch ‘ne Weile fern -
das tat er lieber, tat er gern.
Dann gab es da die Wochenenden...
die wollten manchmal gar nicht enden.
Dann kam - er mußte gar nicht drängeln -
Mutter Maria mit zwei Engeln.
Sie blieben für drei Tage da.
Da lag schön Schnee, die Luft war klar.
Es wurd’ gerodelt, Schnee gestapft,
Maria ein, zwei Bier gezapft...
Dann fuhr’n sie wieder ab, die drei.
Für andre war die Kur vorbei.
Er sah sie fahrn, der Weihnachtsmann,
und sprach sich Trost: "Bald bist Du dran!"
Die Zeit verging mit vielen Dingen,
zum Beispiel mit recht lautem Singen,
dann gegen Nazis demonstriern,
Tennis spielen - und verliern...
Die letzte Woche ging im Flug -
er hatte wahrlich jetzt genug.
Im Handumdrehn der Koffer voll,
letzte Visite - einfach toll.
Mutter Maria kam ihn holen -
so schonte er die Stiefelsohlen -
und sie nahm ihn recht gerne mit,
so rank und schlank, statt fett nun fit.
So war’s: Der Kurerfolg war groß.
Wo blieben all die Speckrolln bloß?
Jetzt joggt er schon Maria weg,
egal ob dunkel oder Dreck,
will gar ins Fitness-Center gehn,
von Kuchen, Süßkram nichts mehr sehn -
das bleibt jetzt ob auf dem Schrank -
Maria staunt: Der Kerl ist krank...
Vier Wochen weg, ‘ne lange Zeit.
Da blieb viel liegen - tut ihm leid.
Zum Beispiel auch die Weihnachtskarten -
die mußten eben etwas warten.
Was soll’s - jetzt kommen sie halt später.
Wir kennen ja den Übeltäter.
Es war nichts Schlimmes, eben nur:
Der Weihnachtsmann war halt in Kur...
Weihnachten 1993
Der Kandidat - gescheit
gescheitert
Der Weihnachtsmann
Präsidentschaftskandidat
Es war in dieser Wahlkampfzeit -
(die Wähler tun ei’m ja schon leid),
da zog der Kanzler durch die Lande,
mal hin zur Mitte, mal zum Rande,
im Schlepptau stets der große Troß -
er ist halt gern der große Boß.
Der Kanzler kann ja selten ruhn.
Er reist, den Menschen kund zu tun
die frohe Botschaft der Nation -
die meisten sagen: "Kenn ich schon..."
So kam er auch in eine Stadt,
die viele Demonstranten hat.
Und als er da so pfälzisch sprach,
da rief ihm einer wütend nach,
der sich wohl nicht benehmen kann:
"Hau ab, Du Kanzler-Weihnachtsmann!"
Und landesweit für die Verbreitung
sorgte - klar - die Tageszeitung.
Und einer, der war gar nicht froh,
der hörte es im Radio.
Der Weihnachtsmann wurd’ morgens wach
durch lauten Rundfunkwerbungskrach.
Er gähnte, und dann hörte er
die Nachrichten im WDR:
Vom Kanzler an dem fernen Ort,
das böse Demonstrantenwort -
und weil ihn dies so recht verdroß,
befand er: "Jetzt werd ich der Boß!"
Und er entschied sich auf die schnelle
gleich für die allerhöchste Stelle.
Er hatte nämlich mitgekriegt,
daß eines grad im argen liegt.
Dies Land, so wie man es gut kennt,
braucht einen neuen Präsident’.
Der Weihnachtsmann, sehr selbstbewußt,
der schlug sich an die eigne Brust,
und vor dem Spiegel an der Wand
sprach er: "Ich bin’s, für dieses Land!"
Er überlegte was und wie,
die beste Wahlkampfstrategie.
"Eh du jetzt durch die Lande rennst,
machste ‘ne Pressekonferenz!"
So dachte er und trat in Bonn
vor jedes Rundfunkmikrofon.
Und sah er eine Kamera -
na klar - da war er auch schon da.
Die SPD, die Union -
die kämpften sehr verbissen schon.
Da merkten sie: Es gab im Staat’
nun einen neuen Kandidat’.
Im Fernsehn dann, nach ein paar Tagen,
wollt man den Weihnachtsmann befragen,
so zur Person, zuerst den Namen,
dann mehr so in ‘nem weiten Rahmen.
Der Weihnachtsmann fand das nicht schlecht.
Er sagte: "Ich heiß Leberecht.
Mein Nachname ist Segensreich -
ein hübscher Name, im Vergleich...
Beruf - was man ja sehen kann -
ist kein Geheimnis: Weihnachtsmann."
"Na toll!" - Der Moderator nickte,
bevor er in die Linse blickte.
Er sagte: "Liebes Publikum,
der Mann ist prima und nicht dumm.
Der hat erkannt: Da ist ‘ne Lücke -
und es wär’ schlecht, wenn ich mich drücke! -
Der Mann, der will sich nicht verweigern,
in dem steckt mehr - der kann sich steigern!
Der hat Format! Der hat Profil,
hat ein Programm und hat ein Ziel!"
Der Weihnachtsmann war sehr erstaunt
und hat dem Fernsehmann geraunt:
"Woher wolln Sie mich so gut kennen?
Ich konnt’ doch nur den Namen nennen...
Ich bin beeindruckt, werd’ ganz klein -
woll’n Sie mein Wahlkampfleiter sein?" -
Der Moderator lachte laut
und hat ihn spöttisch angeschaut:
"Sag, Alter, siehste sonst nie fern?
Die Leute wolln’s so, ham’s so gern...!
Erst neulich war der Heitmann hier.
Der Ossi saß wie Du vor mir.
Als der den Namen mir gesagt,
hab ich ihn gar nichts mehr gefragt.
Den mußte ich bloß rechts verkaufen,
dann würd’ die Sache richtig laufen:
Mit Angst vor zu viel Fremdenflut,
mit deutschem Land für deutsches Blut,
mit Stolz auf gute alte Zeit,
mit Fraun - gehorsam statt gescheit...
Das war der echte Heitmann pur!
Auch Rau war hier auf seiner Tour.
Der sagte: ‘Ich heiß Rau, Johannes.’
Und ich pries ihn: ‘Der Mann, der kann es!
Der weiß die Bibel zu zitieren,
weiß Honig um den Bart zu schmieren,
will alle Deutschen fromm versöhnen,
will Frau und Kinder gern verwöhnen,
doch opfert er sich der Partei -
der Rau - ein Kandidat hoch drei.
Mit Hildegard Hamm-Brücher dann,
da war dann ‘ne Emanze dran.
Mit der hat man so seine Plagen.
Die spricht viel - die darf man nie fragen! -
So hab ich alles selbst erzählt.
Sie hat gelächelt - doch gequält...
Stets, wenn sie etwas sagen wollte,
hab ich’s verhindert - bis sie schmollte.
Sie drohte dann: "Ich geh jetzt gleich..." -
Der nächste Kandidat war Reich.
Der wollte hier auch selber reden...
Ich sagte: ‘Jetzt gibt’s erst Musik für jeden!’
Das ist Moderatorentrick -
ich seh noch seinen dummen Blick...
Tja, Alterchen, und jetzt bei Dir -
das war doch richtig nett von mir,
so wie ich Dich verkauft hab, eben -
damit muß jeder bei mir leben.
Das bringt die Einschaltquote, Geld -
tja, Medien regiern die Welt..."
Der Weihnachtsmann war wie gelähmt.
Vielleicht hat er sich auch geschämt
nach der Moderatorenbeichte -
jetzt wußte er genau: Es reichte! -
Jedoch zu spät - man ahnt es dumpf:
Jetzt kam er nicht mehr aus dem Sumpf.
Aus den Parteien, die Strategen,
begannen sich gemein zu regen.
Sie fürchteten den Konkurrenten,
den sie am Anfang glatt verpennten.
Nun hieß es auch der Union:
"Der alte Mann - das ist ein Hohn!
Ein alter Roter, weit bekannt,
der oft im Untergrund verschwand.
Man kennt den Mantel und den Schlitten -
der Mann ist ganz und gar umstritten,
will alle Wünsche gleich erfüllen -
das untergräbt den Leistungswillen.
Das ist - ganz klar - Gleichmacherei,
nein: Kommunismus, Tyrannei!"
Die SPD ging auf Distanz
und suchte nach der Diskrepanz.
"Der Weihnachtsmann", so hieß es kühl,
"der taugt nicht für das Einheitsziel,
der kennt nur Spielzeug, süße Nahrung,
hat in der Staatskunst null Erfahrung -
und überhaupt: zu religiös!
Das ist doch schon mit Dyba bös’.
Mag sein - ein ehrenwerter Mann.
Er wird gebraucht - als Weihnachtsmann..." -
Dann meldeten die Liberalen -
lang vor den Präsidentenwahlen -
es sei nicht klug, schon gar nicht heute,
wählte man solch alte Leute.
Nein - ‘Leberecht’ und ‘Segensreich’
sei nicht modern, das wüßt’ man gleich.
Der alte Schlitten, bloß auf Kufen,
hat den Verdacht hervorgerufen,
er sei gegen den PKW -
ein Fortschrittsgegner bis zum Zeh...
Die Grünen fanden ihn erst nett.
Der rote Mantel - ganz adrett,
der Bart so lang - alternativ,
der Schlitten: ohne Auspuffmief...
Doch dann rief einer: "Unsere Wähler,
die wollen keinen Kinderquäler,
der mit der Rute rüde droht!"
Schon war das Pendel aus dem Lot.
Der Weihnachtsmann war im Verschiß,
wie’s manchmal bei den Grünen is...
Der Weihnachtsmann war ganz verstört.
Er war entsetzt, verletzt, empört.
Denn schließlich: Alles hörte er
brühwarm serviert im WDR,
zweites Programm, die heiße Welle.
Er wollte tot sein, auf der Stelle.
Und schließlich ist er weggelaufen,
um sich vor Kummer zu besaufen.
Und als er so am Tresen litt,
kam einer: "Drink doch eeine mit!
Waddis met dir, du aahle Mann?
Wat häßte, saach, wat mähßte dann?" -
Der Weihnachtsmann, der griff zur Stange
und hielt das Kölschglas fest, das lange,
erzählte, was ihm widerfahren -
das gab’s noch nie in all den Jahren:
Von vielen Menschen so geschmäht...
nach Glas um Glas, da wurd’ es spät.
Sein Zechkumpan, der sprach ihm Trost
und immer immer wieder Prost...
Und schließlich - wie man’s denken kann -
da fingen sie zu singen an.
Der Mann rief: "Lebrescht, Jung kumm her,
nemm wat passeet is nidde so schwer,
maach dir dodröm doch kinne Kopp -
isch han för disch de beste Job.
Do bruuxe ooch nix neu ze liere,
häß dobei ooch nix zöm verliere -
dat Schenke is och ding Passion -
mir setze disch jetz obbe ‘nem Thron..."
Verdattert sah der Weihnachtsmann
den Saufkumpanen lange an.
Was war das für ein Angebot
in seiner miesen Stimmungsnot?...
Dann endlich: Lebrecht sagte: "Ja!
Ich mach da mit! Geritzt! Na klar!" -
Und Wochen später - Ihr könnt fragen! -:
Herr Segensreich hoch auf ‘nem Wagen,
mit Tschingderassabum und Knall -
statt Weihnachtsmann: Prinz Karneval!
Das war - vielleicht hat’s ja erheitert -
ein Kandidat gescheit gescheitert.
Weihnachten
1996
Glaubst
Du an den Weihnachtsmann?
Immer
wieder hört man Fragen,
weil man’s nicht erklären kann.
Keiner kann die Wahrheit sagen:
Woher kommt der Weihnachtsmann.
Kommt er
aus dem hohen Norden?
Kommt er aus dem Wiener Wald?
Ist er erst Weihnachtsmann geworden?
Was war er vorher? Ist er alt?
Wie
sieht er im Sommer aus?
Wart: Am End kommt alles raus.
Manche
sind genau im Bilde:
Roter Mantel, weißer Bart,
führt auch Gutes nur im Schilde,
kommt nach langer Schlittenfahrt.
Hat
‘nen Sack auf seinem Rücken,
angeblich ‘ne Rute mit,
ist mit Versen zu beglücken,
hält nicht mit der Mode schritt.
Kommt
schlüssellos in jedes Haus -
wie? Das kommt schon auch noch raus.
Nun
gab’s in den Novemberwochen
‘ne Neuigkeit, die horchen ließ:
Da hatte einer was verbrochen,
das war gemein und bös und fies.
Kolumbien,
so heißt das Land,
wo sich der Vorfall zugetragen,
und raus kam schließlich allerhand,
natürlich erst nach vielen Fragen.
Eine
Geschichte, wirr und kraus,
doch schließlich kommt ja alles raus.
Im
Kanzleramt, ganz nah bei Kohl
gibt’s einen Fachmann. Wohl ein schlauer.
Der plant geheim - das soll er wohl -
heißt Bernd und Schmid und hinten Bauer.
Der
zieht gern heimlich seine Strippen,
hört gern, nennt man ihn „Null-null-acht“.
Mag auch gern mit den Fingern schnippen:
Was er befiehlt, das wird gemacht.
Er ist
so einflußreich! Ja! Doch!
Und ihm entgeht kein Mauseloch.
Nun hat
er irgendwann gemeint,
Geschäfte sollten besser gehn.
Sie gingen mies. Und wie es scheint,
müßt einer nach dem Rechten sehn.
Kolumbien
geht etwas schlecht:
Zu viele Menschen wer’n geklaut.
Das ist nicht gut! Nee, ehrlich! Echt!
Wird Zeit, daß einer danach schaut.
Doch das
kommt hoffentlich nie raus.
Und wissen darfs nicht Kinkels Klaus.
Dann las
man in der Tagespresse,
zwei Deutsche hätte man geschnappt,
Mann und Frau, gefälschte Pässe,
in eine Falle reingetappt.
Die
Polizei in Medellin,
die beide in ‘ne Zelle warf,
die knippste sie und knippste ihn. -
Die Bilder waren halbwegs scharf.
Wie’n
Weihnachtsmann sah er nicht aus -
mit kaum noch Haare, nicht mal kraus.
Die
Story, die der Mann erzählte,
die hörte sich unglaublich an.
Was man als Wahrheit daraus schälte,
war mehr noch, als man glauben kann.
Erspart
mir all die Einzelheiten -
es bleibt die Zeit nicht für ein Buch -
von Bernd, dem „Null-null-ach-Gescheiten“
und seinem „Null-Null-Acht-Versuch“.
Wer
glaubt schon an den Weihnachtsmann,
daß man sich so was anhörn kann.
Was hat
der gute Weihnachtsmann
zu tun mit diesem Gangsterstück?
Ich sags Euch - hört mich einfach an:
Es ist nicht viel. Das ist sein Glück.
Der Mann
war nicht der Weihnachtsmann,
und der sah auch nicht mal so aus.
Es war, wie man längst lesen kann,
bloß der Geheimagent, der Mauss.
Und der
erzählte viel und mehr:
„Von drauß’, vom Walde komm ich her...“
Glaubst
DU an den Weihnachtsmann,
pardon, dann siehst DU auch so aus.
Wie viel man frech behaupten kann -,
kaum glaublich, hältst Du gar nicht aus.
Man führt
Dich an der Nase rum
und zieht Dich dümmlich auf den Leim,
bis Du begreifst: „Wie war ich dumm!“
- dann merkst Du: Du bist jetzt
daheim.
Der
Weihnachtsmann kommt jedes Jahr -
und immer ist was anderes wahr...
Weihnachten
1997
Weihnachtsstreik
Der
Weihnachtsmann, der jahrelang
immer sehr zufrieden klang,
der sah sich um in seiner Welt
und dachte sich, ich will mehr Geld.
Vor
Weihnachten ist alles teuer,
zum Jahresende kommt die Steuer,
hab nichts mehr auf der hohen Kante,
hab nichts zu erben, keine Tante,
ich muß
den Chef wohl selber fragen.
Bin neugierig: Was wird er sagen...
So ging
er mutig hin zum Boß,
der grad ein Nickerchen genoß,
und weckte ihn aus seinem Schlummer
- der Weihnachtsmann ist halt ein Dummer -
weiß
man doch: Stets ist schlecht gestimmt,
dem man die Schlummerruhe nimmt.
So zog der Chef die Stirne kraus
und schmiß den Weihnachtsmann hinaus.
Der war
perplex, so vor der Tür,
und sagte sich: „Nee, nich mit mir!“
Er ging
sofort ohne zu warten,
und ließ sich fachmännisch beraten
bei der Gewerkschaft „Dienstleistung“,
der Funktionär war ziemlich jung,
doch wußte
der die Paragraphen,
und wie man könnt den Boß bestrafen
für seine unverschämte Art -
der Weihnachtsmann erhielt so Rat
und ging
ermutigt in sein Haus,
denn jetzt sah alles besser aus.
Der
Funktionär, der war recht schlau,
gab ihm ein Heftchen mit, in blau,
was nun auf seinem Schreibtisch lag,
und darauf stand „Tarifvertrag“.
Der galt
für Dienste jeder Sorte,
drin standen jede Menge Worte,
und darum fing der Weihnachtsmann
jetzt erst einmal zu lesen an.
Das
dauerte wohl ein paar Stunden,
dann schlief er müde ein paar Runden.
Sein
Kopf war dick, als er erwachte,
weil er die Nacht am Tisch verbrachte.
Das Heft lag immer noch so da.
Der Inhalt ihm kaum klarer war.
So fing
er selber an zu grübeln,
dem Boß es gründlich zu verübeln,
daß der ihn aus dem Zimmer schmiß.
„Das laß ich nicht so, wie es ist“,
so
dachte sich der Weihnachtsmann,
fing subversiv zu stänkern an.
Er ging
zunächst zum Nikolaus,
und sagte, „Hör mal gerade, Klaus,
ich bin es leid, hier für den Alten
den Laden so in Gang zu halten,
für die
paar Pfennig mich zu plagen.
Doch der läßt sich normal nichts sagen.
Ich wollt mit ihm vernünftig reden -
doch sag ich Dir - der mag nicht jeden.
Ich flog
im hohen Bogen raus -
Du, Klaus, ich halt das nicht mehr aus.“
Der
Nikolaus war recht entsetzt,
weil er den Boß falsch eingeschätzt.
Er sagte: „Das war wirklich schlecht!“
und gab dem Weihnachtsmann so recht.
Dagegen
mußte man was tun -
So grübelten sie lang: „Was nun?“
Man müßte sich zusammenschließen,
und sollte es den Boß verdrießen,
dann war
das ihnen auch egal -
zu groß schon war die Arbeitsqual.
So zogen
sie, die beiden Alten,
um ihren Plan rasch zu entfalten.
Das Christkind wurde eingesperrt -
es hatte ziemlich laut geplärrt,
dem
Engelschor nahm man die Noten,
beschied ihm: „Singen ist verboten,
solang nicht die Bezahlung stimmt,
man uns vom Brot die Butter nimmt.
Macht
keiner mehr die Finger krumm,
dann guckt der Boß bald sicher dumm.“
Ein
Streik im Himmel, auch mit Posten!
Der Boß berechnete die Kosten
in Mark und Pfennig und Kredit
an Glauben, denn auch das zählt mit.
Was
werden die da unten denken,
was mach ich jetzt mit den Geschenken,
weil nichts mehr unterm Christbaum liegt,
wenn nicht mein Christkind bald schon fliegt
und
alles an die Leute bringt,
dazu kein Chor der Engel singt...
Komm ich
dem Weihnachtsmann entgegen,
klappt es vielleicht noch mit dem Segen.
Doch geb ich ihm so was er will -
wann kommt er wieder mit Gebrüll,
verlangt
noch mehr, was ich nicht habe,
bis ich mich wieder an ihm schabe.
Der denkt, ich mach hier dick Gewinn -
mein Gott, wo kämen wir da hin,
käm
jeder auf die Streikidee,
dann tränk ich bald den letzten Tee.
Der Boß
rieb grübelnd sich die Nase -
da kam zu ihm der Osterhase,
der von der Eierproduktion -
die Streikgeschichte kannt er schon.
Die
beiden Alten mocht er nicht,
schon gar nicht helles Kerzenlicht,
so viel am Baum, auf einem Haufen -
das macht nervös beim Eierlaufen.
Doch was
passiert mit den Geschenken?
Der Hase war ganz gut im Denken.
Die Löffel
gingen hin und her,
er dachte grade, dachte quer,
und sagte dann: „Mir fällt was ein:
Stell viele Weihnachtsmänner ein.
Wenn
dann die beiden Alten sehn,
daß sie nicht mehr alleine gehn,
dann merken sie, wie das so ist,
wenn Du nicht mehr erpreßbar bist.
Denn
fehlt ihnen das Monopol,
wird jede Drohung ganz schnell hohl.
So
wie’s der Hase ausgedacht,
so hat es dann der Boß gemacht,
und seit dem sehen nicht nur Kenner
die Städte voller Weihnachtsmänner.
Sobald
Advent begonnen hat,
sind Weihnachtsmänner in der Stadt,
voll bepackt, doch schlecht bezahlt,
dieweil der Hase Eier malt.
Drum
merke: Es geht selten gut,
bringst Du den Boß zu sehr in Wut.
Weihnachten
1998
Weihnachtsmann
ohne Dichtlust
Der
Weihnachtsmann half nicht beim Dichten,
ihm stand der Sinn nicht nach Geschichten.
Drum
riet er mir vertraulich klug:
Schreib nur den Brief - das ist genug.
Die Leute werden’s schon verstehen,
nach anderen Weihnachtsreimen sehen,
vielleicht
ja selbst mal wieder singen,
von süßen Glocken, wie sie klingen,
am Weihnachtsbaume
hoch die Pflaume,
ein
Roß, das einst entsprungen sei
in stiller Nacht - wer war dabei?
Die Tor, der Tür, das Hoch macht weit,
wie spät ist? Hat der Herr noch Zeit?
Wie
alle Jahre wieder nicht...
O Tannebaum, wie tropft Dein Licht
besinnlich runter aufs Parkett -
(wer nur was ausgebreitet hätt’...,
ne
Decke oder bloß Papier)
Hier das Geschenk... ist nicht von mir...
und von mir auch nicht ... wer hat dann?
Siehste - doch der Weihnachtsmann!
Das Weihnachtslicht Weihnachten
1999
Wenn ich Onkel Eduard glauben kann,
kommt auf seinem Schlitten der Weihnachtsmann,
mit rotem Mantel, großem Sack, aus dem tiefen Wald,
wo er seine Wohnung hat - und da ist es kalt.
Ob das stimmt, das weiß ich nicht - werd es schon erfahren.
Scheint am Baum das Kerzenlicht, wie in all den Jahren,
dann singt die Oma alle Strophen, und die Mama summt,
Papa weiß den Text nicht weiter - und der Opa brummt.
Wenn ich Tante Monika glauben soll,
fliegt das Christkind auf 'ner Wolke anmutsvoll.
Am Rücken mit zwei großen Flügeln, einen Sack im Arm,
nur ein dünnes Hemdchen an - im Himmel ist es warm.
Aber was Frau Kluge sagt, doch ganz anders klingt:
Es soll ein Knecht Ruprecht sein, der den Sack mitbringt...
Er fährt mit der Rentierkutsche, sitzt auf seinem Bock,
den großen Sack auf seinem Schoß, in der Hand den Stock...
Andre Kinder haben mir, wie’s wirklich ist, erzählt.
Warum hab ich mich denn nur vor Angst so lang gequält?
Am Weihnachtsbaum die Kerzen leuchten - oder etwa nicht?
Ich hab den Finger reingesteckt - es war ein heißes Licht...
Dass das stimmt, das weiß ich jetzt, hab es schon erfahren.
Scheint am Baum das Kerzenlicht, wie in all den Jahren,
dann singt die Oma alle Strophen, und die Mama summt,
Papa weiß... Papa weiß... und der Opa mmmmht.
Weihnachten 2000:
Der
Weihnachtsmann mit Frust
Der
Weihnachtsmann, der hatte Frust -
darum zum Dichten keine Lust.
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