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Daumenkritiken
Bewertungsschlüssel:
- beide Daumen hoch:
Spitzenleistung; „einfach klasse“;
- ein Daumen hoch, einer quer:
Erwartung
erfüllt,
keine Enttäuschung;
„gute Leistung abgeliefert“;
- beide Daumen quer:
nix Halbes und nix
Ganzes;
„na ja, wir haben
schon Besseres erlebt“;
- ein Daumen quer, einer runter:
Erwartung
enttäuscht;
„grad noch auszuhalten,
eigentlich ärgerlich“;
-
beide Daumen runter:
Geld nicht wert;
„zum Weglaufen“,
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Kritik des "Schallplattenmann"
@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@. - definitives Highlight: Highlight
@@@.. - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@... - solides Handwerk: Solidlight
@.... - verzichtbarer Ausschuss: Nolight
Gerd Schinkel "Unentdeckt"**
Deutsch-Folk: Puristischer Liedermacher aus Köln kann's (CD;
Selbstverlag)
Wer von der Musikindustrie entdeckt werden will, der muss entweder ein gigantisches Talent sein oder sich dem aktuell gefragten Sound perfekt anpassen können. Gerd Schinkel ist weder das eine, noch kann er das andere. Außerdem ist er längst ein älteres Semester. Darum bleibt der Kölner Gitarrist und Sänger Gerd Schinkel "Unentdeckt".
Seine 2004 mit akustischer Gitarre und Solo-Gesang aufgenommenen 19 Originale verwirren: Denn zunächst meinte ich, die heimlichen Küchen-Tapes eines Oberstudienrats zu hören. Der Gesang ist nach erster Gewöhnung okay. Die gitarristische Eigen-Begleitung ist allerdings gutes Handwerk. Und die deutschen Songtexte Gerd Schinkels? Erstaunlich, um nur "Jederzeit", "Sie lacht" und "Bis sie geht" zu nennen. Inhaltlich geht Schinkel sogar bis zu den Selbstmord-Attentätern im Irak. Hier wird es gar etwas klischeehaft: "Hass und ihre Not" hätten diese Attentäter nur zu verlieren, so geht es im Refrain. Ansonsten höre ich: Feines Folk-Gebäck.
Da wundert die Nachricht kaum, dass Gerd Schinkel in bereits über 100 privaten Wohnzimmerkonzerten Künstler wie Julian Dawson, Allan Taylor, Iain Matthews, Wizz Jones, Colin
Wilkie, John Pearse, Werner Lämmerhirt, Peter Finger und Roger Sutcliffe um sich scharte. Gerd Schinkel? Ein interessanter Mann.
[vw: @@] Volker
Wilde
s.a. <http://www.gerdschinkel.de/>
Und hier alternativ ein Verriss
als Warnung vor dem Kauf meiner CD "Unentdeckt"
„Seit über dreißig Jahren
macht Gerd Schinkel in seiner Freizeit Lieder und Musik. Er ist ein
Liedermacher, der sein Leben, seine Persönlichkeit und seine
Erfahrungen in die Lieder einfließen lässt. Das macht seine Texte so
authentisch - und das sind ihre Schwachstellen. Eine eins zu eins in
Texte umgesetzte Biographie, diese ungeklärten Fragen, diese sich
noch in Verarbeitung befindenden Gedanken sind für einen selbst und
das persönliche Umfeld vielleicht spannend und interessant, darüber
hinaus zündet das nicht. Schon das Titel gebende erste Lied ist
symptomatisch („Unentdeckt“): "Woran liegt's, wenn man mit
manchem gut, mit andern gar nicht kann?". Tja, woran? Keine
Ahnung, aber Gerd Schinkel hat eben auch keine Antwort, keine Idee
dazu - und eben auch nicht die Mittel, dieses Mysterium spannend
auszuleuchten. Lauter solche Fragen, ganz melancholisch, wie beim
dritten Bier, aber eben kein Lied. Nicht künstlerisch
durchgearbeitet, nicht auf den Punkt gebracht und übrigens ohne
Humor. Die Lieder sind gut gemeint, handwerklich brav gemacht, von mir
aus auch vor dem eigenen Kamin zu singen, Daumen runter und Schluss."
Rainer Katlewski
Und hier meine
"dünnhäutige" Reaktion darauf, weil mich ein
Pauschalverriss, dem erkennbar gar keine inhaltliche
Auseinandersetzung mit meinen Lieder vorausgegangen ist, unter die
Gürtellinie trifft, nach Art der Beipackzettel zu Medikamenten ("Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Hausrezensenten
oder wenden Sie sich an den "Folker!")
Vermutlich wurde
es ja auch Zeit: Überfälliges hat sich erfüllt. Ein
anderer "Daumenkritiker" hat mich ins Daumenvisier genommen, vermutlich
zur Genugtuung all deren, die sich an meinem Daumenspiel gerieben
haben. Nun gut, wer sich ins Glashaus setzt, muss damit rechnen, dass
er irgendwann im Scherbenhaufen sitzt. Die
Kritik bezieht sich auf meine CD „Unentdeckt“, die ich 2004 aufgenommen
habe. Der Rezensent Rainer Katlewski äußert sich im "Folker!"
auch allgemeiner zu
meinen Liedern, und zwar in einer Weise, die ich nicht unterschlagen
will. Mir soll ja keiner nachsagen, ich hätte sie verschwiegen
oder jemandem vorenthalten, der sich in Kenntnis der Warnung nicht auf meine Lieder
eingelassen hätte,
oder der die CD „Unentdeckt“ oder eine andere von mir gar nicht
gekauft hätte. Jeder
soll schließlich wissen können, was er tut.
Bliebe die Frage: Wer ist Rainer
Katlewski?
Er wird
als
CD-Rezensent des „Folker!“ für Veröffentlichungen aus dem
Bereich „Liedermacher“ eingesetzt und gehört mutmaßlich zu denjenigen, die
immer noch darauf warten, dass ihnen das eigene Denken und Suchen nach Rezepten oder
nach
Antworten – auf welche Fragen auch immer – von irgendwem,
und sei es von Liedermachern abgenommen wird, als ob es sich bei
diesen um einen Messias handelt, einen Briefkastenonkel oder um die
Auskunft. Und so mault er
eben, wenn das nicht passiert, mit dem Frust derjenigen, die sich zwar
gerne künstlerisch ausdrücken würden, aber nicht können, und die
deshalb mit der Kunst anderer und speziell mit anderen Künstlern hadern, wenn diese sich nicht
darum scheren, was Kritikern wie er von ihnen erwarten. Dann krakeelt
er eben wie ein unterbeschäftigter Möchtegern-Feuilletonist nach
dem fünften Bier, der weder als Journalist, geschweige denn als
Künstler die an sich selbst gestellten Erwartungen erfüllen konnte,
dafür aber mit der Phantasie von Autoren ausgestattet zu sein glaubt,
die überzeugt sind, dass sie alles besser auf den Punkt zu bringen wissen und
sich übrigens auch
humoristischer auszudrücken verstehen.
So
hält sich jede Publikation das Kompetenzteam, das es verdient.
Mag der Rezensent seinen Daumen senken - ich steck mir meinen in den Mund und lutsch dran.
Nach der Devise "eine schlechte Werbung ist besser als gar keine"
möchte ich denjenigen, die mich auf der Homepage besuchen, die Anregung geben, sich selbst von der CD "Unentdeckt" ein Urteil zu bilden, denn schließlich sind die meisten Leute genauso mit zwei Ohren ausgestattet wie
dieser kompetente "Folker!"-Rezensent.
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Grundsätzliches
zu meinen Daumenkritiken:
Eine kritische Bewertung von „Kolleginnen und
Kollegen“ - gehört sich das eigentlich? Tut man "so was“?
Zeugt es gar von schlechtem Stil? Wieso gibt einer, der selbst im
Glashaus sitzt, seinen Senf dazu ab, wie er oder ob er den Auftritt
anderer nun gut gefunden hat oder nicht? Wen interessiert denn das ...
Nun - ich habe zwei Beine, auf denen ich stehe.
Das eine - mein Standbein - ist der Journalismus. Ich bin
festangestellter Hörfunkredakteur und arbeite im Ressort Politik.
Daher auch meine geringe Hemmung, meine Homepage mit wöchentlichen Kommentaren
zum Zeitgeschehen zu füllen, als Angebot für Interessenten, die sich
auf meinen bescheidenen privaten Internetauftritt per Mausklick
verirren - aber auch als Dauerangebot, um nach einem zufälligen oder
einem gezielten ersten Besuch doch ab und zu wiederzukommen, denn auf
der Seite „tut sich was“, sie wird auf diese Weise regelmäßig
aktualisiert und ergänzt.
Als Lokalredakteur einer kleinen Zeitung im
Umland von Stuttgart - bei der „Kornwestheimer Zeitung“ habe ich
mein Volontariat gemacht - zählte es zu meinen Aufgaben, auch
feuilletonistisch Kritiken über Aufführungen durchreisender Wanderbühnen
oder Kleinkünstler, Musiker, Bands oder Liedermacher zu schreiben,
was mir sehr viel Vergnügen gemacht hat.
Als Politikredakteur im Hörfunk habe ich andere
Aufgaben, die mir auch Vergnügen bereiten - und doch hat mir die
bewertende Auseinandersetzung mit kulturellen Leistungen gefehlt.
Deshalb nutze ich nun meine Homepage, um mir das vermisste Vergnügen
doch noch zu gönnen - als ein Angebot für den gleichen
Adressatenkreis, an den sich meine Kommentare richten.
Neben meinem Standbein im hauptberuflichen
Journalismus bewegt sich „mein zweites Bein“ in der Freizeit in
der Kleinkunst. Als „Liedermacher“ mit regelmäßigem Drang vor
ein Publikum sitze ich mit meinen Daumenkritiken natürlich im
Glashaus. Aber was soll’s - ich gehe nun mal häufig in Konzerte
oder Kleinkunstveranstaltungen und habe hinterher dazu eine
Meinung.
Ob ich es gut fand oder nicht, warum mir etwas
gefallen hat und anderes nicht, ob ich empfehlen kann, sich eine
Folgevorstellung anzusehen oder nicht - ich will aus meiner Meinung
kein Geheimnis machen, genauso wenig wie ich mich nach einer
Vorstellungen um eine Antwort drücken möchte, wenn ich gefragt
werde: „Na, wie war‘s denn?“ - Auf meiner Homepage kann deshalb
jeder nachlesen, wie ich’s gefunden habe.
Im Journalismus ist es - zumindest in der Theorie
- gängige Praxis, dass man die eigenen Zeitungsausgaben oder
Sendungen rückblickend kritisch bewertet: War alles drin, was wichtig
war? Wie hat es ausgesehen bzw. geklungen? Haben wir „richtig
gelegen“... Natürlich sind es nicht nur die eigenen Beiträge, die
zur Kritik stehen - wer das gesamte Produkt würdigen soll, kommt
nicht darum herum, sich auch mit der Qualität der Beiträge
auseinander zu setzen, die Kollegen zu verantworten hatten. Da muss man
durch, das gehört zum Handwerk.
Für meine Daumenkritiken habe ich mir die
„Journalistenmütze“ aufgesetzt, wohl wissend, dass ich in Kleinkünstlerschuhen
stehe und mit ihnen „Kollegen“ gegebenenfalls auf die Füße
treten könnte. Nun kommt das in der Regel eher selten vor, denn wenn
mich bislang etwas an den Kritiken der Journalistenkollegen geärgert
hat, dann waren dies Verrisse, die vom hohen Ross herab
erfolgten.
Bei meinen Daumenkritiken bemühe ich mich darum,
den mutmaßlichen Ansprüchen von Künstlern und Publikum gerecht zu
werden. Was hat der Künstler vorgehabt? Wollte er unterhalten? Aufklären?
Provozieren? „Kunst machen“, egal was die Leute dazu sagen? Und
mit welchen Erwartungen sind wohl die Leute da gewesen? Haben sie eine
Leistung bekommen, die ihr Geld wert war?
Wem nützt es, wenn ich an einem Konzert, das die
Zuhörer offensichtlich begeistert hat, pomadig herum mäkele? Wieso
sollte ich mies machen oder verreißen, was doch dem Publikum gefallen
hat? Warum soll ich an einen Künstler und seine Leistung in meiner
Kritik Maßstäbe ansetzen, die nur allerhöchsten Ansprüchen genügen?
Wenn jemand nur Feierabendkunst machen will oder
kann, wäre es unfair, ihn an professionellen Standards zu messen.
Gleichwohl aber kann ich ihn deutlich kritisieren, wenn ich den
Eindruck bekommen, dass mir jemand mit seiner Leistung Zeit und Geld
gestohlen hat. Besoffene Künstler auf der Bühne sind eine Frechheit
- egal ob Profis oder Amateure, und auch Geschmacklosigkeiten
erlaube ich mir als solche zu benennen, wenn sie mir auffielen. Dies
muss jemand aushalten, der Öffentlichkeit gesucht hat.
So wie ich in meinem Brotberuf auch - zurecht! -
für miese Leistungen kritisiert werde, muss ich es mir auch gefallen
lassen, wenn sich jemand kritisch mit meiner „Kleinkunst“
auseinandersetzt oder mit meinen Daumenkritiken - ebenso wie meine
Kommentare zum Zeitgeschehen letztlich keine verbindlichen Wahrheiten
sein können, sondern das, was Kommentare immer sind: Persönliche
Bewertungen von Vorgängen, die jemand mit seinem Namen vornimmt - und
niemand muss diese Meinung teilen.
Aber vielleicht helfen die Kommentare und
Kritiken ja dabei, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Ist dies der Fall, habe ich mein Ziel erreicht.
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Gerd Schinkel
... porträtiert mit Zitaten aus
Konzertkritiken,
damit der
Maßstab offengelegt wird...:
ist Journalist und daneben Autor und Interpret recht eigenwilliger und zeitkritischer
Lieder. Ausgangspunkt seiner Texte sind Gefühl, Traum und Hoffnung.
Die Themen sind
Liebe, Umwelt und Zeitgeist. "Übers Leben" heißt für ihn, den Pärchen in die
Beziehungskisten, der Gesellschaft unter den Rock und den Spießern über die Schulter zu
gucken.
Nicht Agitation ist sein Ziel, sondern den Finger auf die Wunden in unserer
Gesellschaft zu legen. Die Texte sind beredte Beispiele dafür, dass man auch in einfache
Songs komplizierte Themen aufgreifen und den Zuhörern verständlich machen kann, um
"Überlebenshilfe" zu leisten.
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