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Als Gitarrist verfüge ich nur über bescheidene Fähigkeiten, deren Grundlagen ich mir selbst beigebracht habe. So kann ich beispielsweise kein Barré greifen, beziehungsweise die Variationsmöglichkeiten in den Akkorden ist dann außerordentlich eingeschränkt. Ich habe versucht, diese Schwäche durch Tricks auszugleichen, so dass die Begleitung auf der/den Gitarre(n) komplizierter klingt, als sie in Wirklichkeit ist. Dazu ist es allerdings hilfreich, mehrere Gitarren zur Verfügung zu haben. Hier hat sich bei mir ausgezahlt, dass ich alte Gitarren, die andere vielleicht längst ausgemustert hätten, stets behalten habe. Damit habe ich nun die Möglichkeit, die unterschiedlich zu nutzen. Um verschiedene Klänge oder Klangfarben zu erzeugen, ohne dabei andere Griffe verwenden zu müssen, habe ich verschiedene Gitarren nicht nur unterschiedlich gestimmt, sondern auch völlig anders bespannt. Neben einer ganz normalen Gitarrenstimmung (bei mir auf einer schwedischen Levin-Gitarre) habe ich zur "normalen" Verwendung eine 12-saitige Guild und eine alte Höfner Konzert-Gitarre.
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Der Gitarrenspleen: |
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Eine 6-saitige Ovation habe ich in einer offenen D-Stimmung gestimmt, nutze sie in der Regel aber mit einem Capo auf dem 2. Bund, so dass ich sie in E spielen kann. Eine 6-saitige Guild habe ich in der Art der "Nashville-Tuning" gestimmt. Sie bietet eine hellere Klangfarbe und Klangfolgen in der Begleitung, wie sie beispielsweise in Rod Stewarts "Sailing" zu hören sind. Erreicht wird diese Grundstimmung, wenn man die Saiten D und G gegen die entsprechenden Oktav-Saiten (wie sie auf der 12er neben die "normalen" Saiten gespannt sind) austauscht. Der Trick ist einfach, aber in der Wirkung hat er mich überzeugt. Eine ganz einfache Westerngitarre (bei mir Marke "Kansas") habe ich mit einer abgespeckten "Nashville-Tuning" versehen: Hier habe ich nur die G-Saite gegen die entsprechende Oktav-Saite ausgetauscht. Damit habe ich die Möglichkeit, bei bestimmten Songs am Picking-Stil mit abwechselnden Daumenanschlägen auf der E- bzw A-Saite und der D-Saiten festzuhalten. Die Klangfärbung ist also nicht so hell wie bei einer reinen "Nashville-Tuning". Durch die "Nashville-Tuning" angeregt, habe ich versucht, die Idee weiter zu entwickeln. Keine Ahnung, ob dies Pionier-Arbeit war, aber mir war das jedenfalls neu: Ich habe eine andere alte Gitarre (Marke "Yamaha", ursprünglich eine 12er) so bespannt, dass ich die Saiten E, A, D, G wie bei der üblichen Bespannung aufgezogen habe. Die beiden helleren Saiten H und E habe ich dagegen ausgewechselt und zwar gegen dickere Saiten, die es erlauben, den entsprechenden Ton eine Oktave tiefer zu spielen, also auf dem Platz der H-Saite habe ich eine ursprüngliche A-Saite, die ich zwei Töne höher gestimmt habe. Und auf dem Platz der hellen E-Saite habe ich eine ursprüngliche G-Saite, die ich ebenfalls um zwei Töne höher gestimmt habe. Damit klingt die Gitarre insgesamt wesentlich tiefer, nicht schlecht für Blues geeignet. Eine kleine Reisegitarre koreanischer Fabrikation habe ich so bespannt, dass ich auf den Plätzen der Saiten E, A, D und G die Oktav-Saiten gewählt habe. Sie klingt also sehr hell und dünn, fast mandolinenartig. |
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