Stromausfall für die Rentenkasse

Also, ich geb mir ja alle Mühe, denen zu glauben, die immer sagen, dass Politik nicht so einfach ist, wie Klein-Fritzchen sich das so vorstellt. Die Probleme sind problematisch, und deshalb muss man sie auch problematisieren. Genau. Und dann sind es immer wieder andere. Probleme, mein ich nun, nicht Leute, die mir das mit den Problemen sagen. 

Da wäre das demographische Problem, dass wir nämlich alle zu alt werden und dass wir uns, als wir noch Saft und Kraft dafür gehabt hätten, nicht genug Zeit genommen haben, um uns zu reproduzieren. Inzwischen hätten viele von uns ja mehr als Zeit genug, aber dummerweise nicht mehr genug Saft und Kraft. Also gibt es zu viele Alte, die aber selbst schuld sind, weil sie, als sie noch jung genug waren, nicht genug - na sie wissen schon - 

Und nun fehlt es an Jungen - und natürlich auch an Mädchen, also eher an jungen Männern und jungen Frauen, die schon alt genug sind, um Beiträge zu zahlen, damit unsere Rente stimmt. Die wird nämlich immer knapper und die Preise steigen auch. Da muss man mit allem haushalten, sparen. Oh, ich kann das Wort nicht mehr hören. Mit den Kräften, mit der Energie, mit dem Geld. Das langt vorne und hinten nicht mehr, wenn das so weitergeht. 

Damit wären wir beim nächsten Problem. Alles wird teurer. Preistreiberei. Jetzt erst wieder, diese Zapfsäulen-Raubritter, diese Tankfüllungs-Wegelagerer, die permanent schröpfen wollen. Klar, dass da andere große Augen und genauso lange Finger kriegen: Gas-Preis rauf, Strompreis rauf - wer soll das noch bezahlen? Genauso ein Problem: Energieverschwendung. Und dann noch bei Ebbe in der Rentenkasse. 

Also, geht nicht anders, mehr zu Fuß gehen, Fenster nicht so lange auflassen, Heizung runterdrehn. Ist ja noch warm genug, wenn man in Winterjacke am Küchentisch sitzt. Und wenn die Straßenlaterne leuchtet, geht's auch ohne Wohnzimmerlampe. Oder mit Kerzen. Einfach so tun, als ob's gar keinen Strom gäbe. Geht nicht? Ha - und ob. Bei Stromausfall geht's ja auch. 

Überhaupt - das wär's doch. Da könnte man doch gleich einen ganzen Fliegenschwarm mit einer Patsche bearbeiten: Den richtigen Hebel im Kraftwerk umgelegt, und gekappt ist der Saft - der aus der Steckdose. Wissen Sie noch, was war, als mal ganz New York im Schatten lag? Und dann erst neun Monate später? Erst ging im Dunkeln die Post ab, so mit Saft und Kraft - weil den Leuten ja langweilig war, so ohne Fernsehen, und neun Monate danach stieg die Laune bei den Windelnherstellern. Erst hatten die einen, dann die anderen ihr Vergnügen. 

So kann man mit Energiesparen Energie freisetzen - und gleichzeitig auch noch das demographische Problem lösen. Ich sag nur: Regelmäßig Strom abschalten - spart Energie und Geld - und löst das Rentenproblem nebenbei mit. Dann gibt's bald wieder genug Beitragszahler, als nachwachsende Rohstoffe. Ganz einfach - versteht so auch Klein-Fritzchen - nur den Politikern ist das wohl zu simpel. Schade eigentlich. So könnte das Lösen politischer Probleme richtig Spaß machen.

Streit um Hindenburgs Ehrenbürgerschaft

Es sind - Gott sei Dank - die großen Probleme, derer sich mancherorts unsere Politiker annehmen: Etwa der Frage, ob nun das Werfen von Karnevals-Kamellen umweltfreundlich ist oder nicht. Manchmal nehmen sie sich auch solcher Probleme an, die im Wust der zu regelnden Notwendigkeiten unterzugehen drohen, wie etwa der Konflikte um Ehrenbürgerstatus und -rechte längst begrabener Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. 

Es belegt einmal mehr, dass - zumindest einige - Politiker keine Zweifel an ihren Fähigkeiten lassen, ihre Zeit und Kräfte sinnvoll für die wahrhaft wichtigen Dingen einzusetzen, eben für echte Daseinsprobleme, auf deren Lösung wir alle sehnsüchtig warten. Kleben wir - trotz näherrückender rheinischer Frohsinnstage - nicht am Problem der Verwerflichkeit eingepackter lutschbarer Süßigkeiten, sondern kümmern wir uns um Ereignisse mit tatsächlich historischen Dimensionen. 

Rund 4000 Städte und Gemeinden schleppen sich mit einer drückenden Altlast ab, deren Gewicht die meisten Honoratioren in den kommunalen Parlamenten bislang mutmaßlich kaum gespürt haben mögen. Nur gut, dass es geschichtsbewusste Zeitgenossen gibt, die - ihrer Mitverantwortung müde geworden - endlich reinen Tisch machen wollen. Wir wissen nicht, ob es an einer jahreszeitlich bedingten Putzwut liegt, die sie veranlasst haben könnte, ihren Reinigungstrieb an vergilbten Ehrenbürgerlisten auszutoben, um sich so an längst verstorbenen Repräsentanten einer vergangenen Gesellschaft für fehlerhafte Weichenstellungen zu rächen. 

In Berlin und Potsdam haben Bündnis-Grüne und PDS Anstoß daran genommen, dass der frühere Wehrmachtsgeneral und spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg immer noch als Ehrenbürger aufgelistet ist. Wir unterstellen mal, dass beide Städte die Namen weitaus schlimmerer Unpersonen bereits vor Jahrzehnten gestrichen haben - doch den grünen und tiefroten Reinigungskräften geht die Gründlichkeit der Vergangenheitsbewältigung in dieser Hinsicht nicht weit genug. Sie sehen in Hindenburg den Steigbügelhalter Hitlers und drängen auf Streichung seines Namens und Aberkennung der verliehenen Ehre. 

Dabei lässt sich das Rad der Geschichte eh nicht zurück drehen. Und Hindenburg? Er war ein alter Mann in Uniform, allerdings nicht in Nazi-brauner. Aber schon gibt es Grund genug, bei diesem oder jenem der üblichen verdächtigen Medien-Historikern nachzufragen, ob man nun tunlichst oder tunlichst nicht tun sollte, was die Antragsteller erheischen. 

Eieiei. Dafür blockiert man Telefonleitungen, verplempert wichtige Sitzungszeit, beansprucht Stimmbänder und verbraucht Nerven. Es muss von allem noch Vorräte geben, von denen wir bislang nichts ahnten. So schlecht kann’s uns gar nicht gehen, wenn wir meinen, alte Entscheidungen korrigieren zu sollen, die in historisch bedeutsamen Chroniken kaum Fußnoten wert sind. Und gleichzeitig bleiben wieder Probleme liegen, die uns heute auf den Nägeln brennen. 

Auch eine Art von Ressourcenverschwendung.

Dieser Beitrag wurde am 6.2.2003 im 4. Hörfunkprogramm des WDR gegen 17.40 Uhr in der Sendereihe "Auf ein Wort" ausgestrahlt. 

 

 

SPD verschiebt Parteitag
Was ist passiert? Nun -passiert ist - Kalender sei Dank - noch nichts. Man hat nur Prioritäten gesetzt. Diese nun in Frage zu stellen, allein die Frage nach den Prioritäten zu stellen, sie als aufgeworfen zu betrachten, könnte schon hochgezogene Augenbrauen bewirken und unruhiges Scharren mit den Stollenschuhen - oder mit den Pantoffeln unterm Couchtisch. 

Muss ich es aussprechen? Natürlich - welche Frage - geht der Fußball vor. Dies einzugestehen, ist beileibe keine Einsicht in die Notwendigkeit, nicht das Nachgeben eines Klügeren, sondern beste sozialdemokratische Politik mit den Menschen und für die Menschen. Gesehen - gemerkt - entschieden - abgehakt: Der Wahlparteitag der SPD, zunächst vorgesehen am 1. Juni, angesetzt zur Heerschau der Sozialdemokraten und zur demonstrativen Jubelarie in Richtung Kanzlerplatz auf dem Podium, ist um einen Tag verschoben worden - und natürlich nach hinten, denn wer hätte auch den Kopf frei für offene Zukunftsfragen politischer Natur, während man gleichzeitig dem Jahrhundertspiel entgegenfiebert: dem Aufeinandertreffen der Fußballgiganten Saudi-Arabien und Deutschland. 

Es ist schließlich der Tag des ersten Auftritts der deutschen Kickerelite bei der Fußballweltmeisterschaft in der japanischen Stadt Sapporo. Schließlich weiß man, was vorgeht, was dann in den Delegierten, was im Kanzler vorgeht, wenn die Kurzbehosten auflaufen und sich mit mehr Können die Bälle zuschieben, als es Vorstand und Fußvolk je könnten.  Hätte sich da die Parteitagsregie nicht partei-volksnah gezeigt, was hätte der Kanzler den Verantwortlichen aber Beine gemacht. 

Man stelle sich vor - Kanzler und Kicker wären zeitgleich aufgelaufen, vor den vielen Bildschirmen im Lande bejubelt die einen, auf überdimensionalem Bildschirm sichtbar vergrätzt und nur pflichtschuldigst beklatscht der andere. Für den für Deutschland Politik machenden Kanzler läßt sich der eigene Aufmarsch naturgemäß kaum mit der Betrachtung des Aufmarsches der für Deutschland kickenden Fußballer verbinden. Welch ein Lust-Verlust. 

Sehen wir es mal so: Delegiertenfreundlich und dem Kanzler zum Gefallen hält man das Vertrauen in die Überzeugungskraft der eigenen Wichtigkeit lieber gering und gibt sich flexibel: Recht haben die Mannschaftsbetreuer: ob die früher oder später zum Bruch freigegebenen Wahlversprechen nun einen Tag eher oder später beklatscht werden, darauf kommt es nun wirklich nicht an, wenn man eins - Anpfiff hin, Abpfiff her - vermeiden kann: ein klassisches Eigentor. 

So oder so ähnlich mögen die Terminstrategen überlegt haben, als ihnen klar wurde, in welchen Schlamassel sie zu schliddern drohten. Es konnte nur fürchterlich ausgehen und blamabel. Zum Gespött hätte man sich gemacht, wäre von Häme übergossen werden, und hätte dann noch Zorn auf sich gezogen. Deshalb kein Zweifel: Sie war goldrichtig, die strategische Devise: Vorwärts Genossen. Wir rudern zurück.

Dieser Beitrag wurde am 15. 1. 2002 im 4. Hörfunkprogramm des WDR gegen 17.40 Uhr in der Sendereihe "Auf ein Wort" ausgestrahlt. 

 

Mann über 40

Es kommt das Alter, da wird erstmals seit den längst vergessenen Wachstumsschmerzen beim Erhalt der Weisheitszähne das Gebiss wieder wichtiger.

Das ist das Alter, das Mann - mit zwei n - über 40 dann erreicht, wenn der Nachwuchs erst mit Stolz, dann mit Widerwillen seine Zahnspangen trägt - es sei denn, Mann - mit zwei n - über 40 hat den Anlauf verlängert und der Nachwuchs zahnt erst jetzt.

Es ist das Alter überstandener Parodontosebehandlungen, nach denen Mann - mit zwei n - über 40 seine ersten dritten Zähne empfängt, vielleicht zunächst noch fest implantiert, aber - kukida Kukident - auch das wird sich noch ändern.

Es ist das Alter der nachlassenden Haarpracht und des wachsenden Bierbauches, der schwindenden Sehkraft und der häufigeren Müdigkeit, der schwankenden Blasenstärke und der zunehmenden Faltenzahl.

Aber kein Grund zur Panik in der Midlife-Crisis: Der Markt bedient alle Bedürfnisse, die Mann - mit zwei n - über 40 noch haben kann. Ob nun den Wunsch nach Erhalt der Spannkraft, der Energie - um nicht zu sagen: Potenz -, ob den nach Freiheit und Abenteuer - um nicht zu sagen: Potenz -, ob den nach Kraft und Freude - um nicht zu sagen: Potenz -, oder ob den nach Ruhe und Ordnung - um nicht zu sagen: Beschaulichkeit. Lass es langsamer angehn, Junge, du bist nicht mehr der Jüngste.

Mann - mit zwei n - über 40 träumt von der Vitalität eines Ilja Rogoff - und hat dabei Rasputin im Sinne... Mann - mit zwei n - über 40 träumt von der Kraft eines Samson - und zittert vor wachsenden Geheimratsecken. Mann - mit zwei n - über 40 träumt vom Lebenswerk eines Methusalem - und beißt beherzt auf seine dritten Zähne, nachdem er zuvor die Knoblauchpillen - selbstverständlich ganz - verschluckt hat: Schließlich weiß Mann ja nie, wie gut der Kleber hält und wie fest sie sitzen...

Und dann die Absage an Churchill: kein Sport ist peinlich genug, um ihn nicht doch noch, kurz vor Toresschluß, zu versuchen. Fitness wird ganz groß geschrieben und ständig kritisch überprüft – auch beim verstohlenen Blick seitwärts in die spiegelnden Schaufensterscheiben bei eingezogenem Bauche.

Überprüft wird auch sorgfältig jedes Terrain, wo an diesem oder jenem Orte das gewisse Örtchen gelegen, um nicht im Falle eines Falles verwirrt umher zu irren. Mann – mit zwei n – über 40 weiß ja nie, ob die Kürbiskerne halten, was Mann – mit zwei n – über 40 von der Werbung versprochen wird... Wer riskiert schon - in diesem Alter der längst verlorenen Verlegenheit - , dass er womöglich blass um die Nase, weil nass um die Blase...

Mann – mit zwei n – über 40: Hast Du noch Träume? Vielleicht von blumenbekränzten Hula-Hula-Mädchen, die Dich sinnlich streicheln? Mach die Augen zu und genieße die hurtigen Hände der Dich liebenden Gattin, wenn sie den extra starken Franzbranntwein aus den Latschenkiefern der Voralpen in Deinen schmerzgebeugten Rücken einmassiert. Das tut gut, gell? Und solange Du noch behalten kannst, wer Dich massiert, blicke selbstbewußt zurück, und genieße mit glänzenden Augen die Erinnerung an glorreiche Tage - wer weiß, wie lange Dir Dein Gedächtnis zu Willen ist.

Denn Mann – mit zwei n – weiß spätestens mit 40: Träume sind Schäume. Aber wenn es schon schäumen soll: Warum dann nicht auch noch sprudelnd mit Fichtenduft für die Fitness, oder mit Rosmarin, damit Mann – mit zwei n – über 40 wieder vital wird. Ist es doch das Alter zweifelnden Zögerns und sehnenden Hoffens auf nobelpreiswürdige Segnungen medizinischer Forschung und wundersamer Heilkräfte der Natur - ein Alter, welches zur inneren wie äußeren Anwendung Tee - ätherisch und esoterisch - quasi theologisch zum Thema macht.

Und wenn Mann – mit zwei n – über 40 dem Tee entronnen dem Bade entsteigt, gleichsam schaummäßig runderneuert, bleibt ihm noch eines, um sie in Schach zu halten, die Falten: Creme auf die Creme de la Creme - aktiv und kreativ. 

Oh, Last des Alterns (Genitiv), geh nie tief ...

 

Der Gockel auf Schürzenpirsch

Na, Mutter - ist Vatter wieder auf Achse?
Vielleicht so wie früher sein alter Herr,
mit Fässchen auf dem Bollerwagen und Strohhut auf schütterem Haar durch Oh-Du-Schöner-Westerwald?
Lass ihn ruhig. Vielleicht braucht er das ja, Dein großer Junge.
Vielleicht müssen Männer das manchmal haben, mindestens einmal im Jahr.
Die Geborgenheit im Rudel, das gemeinsame Wasserlassen am Waldesrand, die lautstark gegrölte Waldeslust.
Kannst Du Dir vorstellen, wie er und seine Kumpane sich bierselig tummeln, oder weinfreudig,
vielleicht auch wacholderfröhlich?
Nimm es als friedliches gemeinsames Äsen von Junghirschen und und Sechzehnendern.

Wann ist er heute Morgen aufgebrochen,
aufgedreht und frohen Mutes, erlebnishungrig und gesellschaftsdurstig?
Hat er Dir gesagt, wann er wiederkommen, wie er zurückkehren will?
Hat er Dich daran zweifeln lassen, dass er zurückkehrt?
Bestimmt nicht. Wie sollte er auch. Er braucht Dich doch -
spätestens, wenn er morgen früh aufwacht.
Wenn der Kater im Kopf die Krallen ausgefahren hat und mit dem Schwanze peitscht.
Dann erwartet er, dass Du ihn kraulst - aber vorsichtig.

Schnurren wird ihm noch schwer fallen.
Hast Du dann auch Beruhigendes für seinen Magen im Hause?
Bleib in seiner Nähe. Du wirst sehen - er braucht Dich, wirklich.
Und wenn er in Dir seine Mutter wiedererkennt, dann darf Dich das nicht stören.
Wenn er seinen Kopf trostsuchend an Deinen Busen legt -
sei behutsam, nicht zu sehr drücken oder gegen den Strich streicheln.
Du kannst sicher sein, dass er es genießen wird -
bis Vatter wieder auf dem Damm ist,
bis er als Jäger wieder wie gewohnt auf die Schürzenpirsch geht.

Lass es ihn auch morgen nicht spüren, was Du von ihm hältst,
wenn er wieder - wie morgens zu oft - in Schluffen und tiefergehängter Schlafanzughose
erst stumm in den Kühlschrank und dann wortlos in die Zeitung blicken wird.
Beiß Dir auf die Zunge und ertrag es, wenn's sein muss, mit Zähneknirschen.
Er ist auch nur ein Mann, und nicht nur Du weißt, dass er Fehler hat.
Mag sein, das er bei sich andere Fehler sieht als Du .
Mag sein, dass er die Fehler, die Du siehst, nicht wahrhaben will.
Aber ist es denn auch so wichtig? Du weißt, dass er sie hat.
Aber Du weißt doch auch, so wie er ist, hast Du ihn auch genommen.

Auch wenn Du ihn manchmal anders möchtest, weißt Du doch auch, dass er nicht anders kann.
Er steckt nun mal in seiner Haut. Pack ihn nicht zu fest daran,
schon gar nicht, wenn er heute Abend spät zur Tür rein kommt.
Unter dem scheinbar dicken Fell hat er eine dünne Hülle,
weich und hellrosa, wie ein Kinderpopo.
Um ihr Elefantenstärke zu geben, braucht er Bestätigung.
Die sucht er heute, am Vatertag, und findet sie bestimmt auch da, wo ein Mann noch ein Mann ist: unter seinesgleichen.
Wo er ernst genommen wird, unter Männern, die ihn so nehmen, wie er ist,
ohne an ihm zu nörgeln und ihm seine Herrenrolle streitig zu machen.
Vielleicht auch unter Frauen, die ihn mal wieder ungestört den Gockel spielen lassen.
Da bestreitet ihm keiner, dass er die Hosen anhat.

Lass ihn in dem Glauben, dass er sie auch zu Hause nicht abliefern muss.
Schenk ihm Deine Milde - dann frisst er Dir aus der Hand.
Und wenn er Dir auch Besserung gelobt - verspricht Dir nicht zuviel davon. Bleib auf dem Teppich.
Hast Du jemals vorgehabt, ihn nach Deinen Wünschen zu formen, dann hab nun ein Einsehen,
denn an einem wirst auch Du nichts ändern:
Er pinkelt nun mal im Stehen.