
... porträtiert mit Zitaten aus
Konzertkritiken:
Gerd Schinkel
ist Journalist und daneben Autor und Interpret recht eigenwilliger und zeitkritischer
Lieder. Ausgangspunkt seiner Texte sind Gefühl, Traum und Hoffnung. Die Themen sind
Liebe, Umwelt und Zeitgeist. "Übers Leben" heißt für ihn, den Pärchen in die
Beziehungskisten, der Gesellschaft unter den Rock und den Spießern über die Schulter zu
gucken. Nicht Agitation ist sein Ziel, sondern den Finger auf die Wunden in unserer
Gesellschaft zu legen. Die Texte sind beredte Beispiele dafür, dass man auch in einfache
Songs komplizierte Themen aufgreifen und den Zuhörern verständlich machen kann, um
"Überlebenshilfe" zu leisten.
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Detail-Kritiken
an Programmen und Tonträgern
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eine Kritik von Thomas Felder
(Liedermacher aus Schwaben)
vom 29. Dezember 1999
Ein paar Worte zum Phänomen
Gerd Schinkel:
Er bewegt sich mit
unglaublicher Sicherheit durch sämtliche Spielarten der Gitarre und
öffnet die Türen zu Schatzkammern, die im verborgenen geschlummert
haben. ich meine die Textinhalte fremdsprachiger Lieder. Viele kannte
ich von der Musik und ein paar Wortfetzen. Gerd Schinkel
Übertragungen und seine nüchterne Interpretationen berühren mich
manchmal tiefer als das Original, weil er in durchgängiger Konsequenz
auf jeden pathetischen Schnörkel verzichtet. Hut ab, Gerd!
Hanns Dieter Hüsch:
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Zu den Kinderlieder:
"Will aber, will aber wollen, will aber nicht wie die Ollen" singt
Gerd
Schinkel - und viele Kinder nicken zustimmend mit dem Kopf. Kinder wissen es
längst: Rülpsen, schnarchen und "pupsen" ist etwas ganz Normales, über das
man getrost sprechen und singen kann. Dass ihnen diese Selbstverständlichkeiten jedoch
von einem Erwachsenen bestätigt werden und die eigenen Eltern - wenn sie dabei sind -
auch noch Beifall spenden, überrascht die Kinder dann aber schon. Vom Protestlied für kleine Leute über gesungene Märchen bis zum
nützlichen Hinweis für den Alltag im Kindergarten reicht die Bandbreite der
Kinderlieder. Sie gründen sich offensichtlich auf Erfahrungen, die Gerd Schinkel
selbst als Vater mit seinen Kindern gemacht hat. Den jungen Zuhörern wird auf fröhliche
Art ein Spiegel vorgehalten, in dem sie sich wiedererkennen. Vater Gerd Schinkel
erwähnt den Spinat, den man nicht zum Mittagessen will, berichtet über andere
Streitigkeiten zwischen Eltern und Kinder und fragt seine Zuhörer zwischendurch, ob sie
diese oder jene Erfahrung schon selber mal gemacht haben. Bei manchen Liedern können die
Kinder mitsingen, andere ziehen sie mit ihrem Inhalt so in den Bann, dass sie mit
glänzenden Augen und offenen Mündern lauschen." |
"Es macht
Spaß, Gerd Schinkel zuzuhören - doch es tut manchmal auch weh, ihm in
sein gläsernes Schneckenhaus zu folgen. Er gehört nicht zu den Stillen im Lande der
Liedermacher, sondern zu denen, die oft und gerne übersehen und überhört werden. Er
schaut den Menschen auf Hand und Fuß, er sieht den faulen Zahn hinter der Goldplombe und
ist gleichermaßen erfüllt von einer geradezu hektischen Begeisterung für alles, was
standhält."
Hier zum
kompletten Vorwort von Hanns
Dieter Hüsch, geschrieben 1982 für mein Liederbuch "Überlebenslieder
- Lieder übers Leben".
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